Das Triumvirat des Rocks
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Von news.de-Redakteurin Ines Weißbach
Artikel vom 30.08.2009
Legenden der Musik, ein Triumvirat des Rocks, die Dreieinigkeit der Gitarrengötter. Regisseur Davis Guggenheim vereint Jimmy Page, The Edge und Jack White in seinem Film It Might Get Loud, um sie zu porträtieren - die E-Gitarre.
Sie sind zunächst schüchtern, als sie sich zum ersten Mal begegnen, freuen sich dann aber wie kleine Kinder, gemeinsam musizieren zu dürfen. Jimmy Page, Gitarrist von Led Zeppelin, U2-Klampfer The Edge und Jack White von den White Stripes gehören zu den größten Rockstars. Was sie verbindet, ist die Liebe zur Musik, speziell zu Gitarren. Und Davis Guggenheim. In dem Rockumentary - eine Dokumentation über Rockmusik - des für Eine unbequeme Wahrheit preisgekrönten Regisseurs sind sie die Protagonisten. Die drei Musiker lernen sich über ihre Gitarren und Stimmen kennen. Worte werden bei dieser Zusammenkunft nur wenige gewechselt - und wenn, dann gesungen. Obwohl Jimmy Page behauptet, gar nicht singen zu können.
Der Zuschauer darf alle drei auch einzeln begleiten, in ihre drei Länder, ihre drei Generationen. Guggenheim zeigt Jimmy Page auf seinem Anwesen in England. Der 65-Jährige wiederum zeigt seine Gitarren, spielt fingerbrechende Soli, erzählt von seiner Zeit als gefragter Studiomusiker bei Led Zeppelin, den Yardbirds. Schwarz-Weiß-Fernsehaufnahmen zeugen von seiner Vergangenheit als Skiffle-Spieler. Mit Gitarre und Banjo hatte er sich in den 1960er Jahren dieser unkonventionellen Musik verschrieben - lange bevor der Rock in sein Leben kam.
The Edge - eigentlich David Howell Evans, aber als solcher überhaupt nicht bekannt - trägt Mütze. Immer. Für Davis Guggenheim steht er im Aufnahmestudio in Dublin und blickt durch die Glasfront auf den Fluss Liffey. Dann legt er eine Kassette ein. Die Vier-Spur-Aufnahme des U2-Songs Where The Streets Have No Name. Wenig später schraubt der 48-Jährige an Knöpfen einer riesigen Musikanlage, um seinen unverwechselbaren Gitarrensound zu zelebrieren. Das Intro von Sunday, Bloody Sunday, dem Überhit seiner Band von 1983 über die blutigen Unruhen in Nordirland, erklingt. The Edge ist heute noch stolz, dass ihm diese simple, aber eindrucksvolle Klangreihenfolge eingefallen ist.
Jack White hat sein Alter Ego dabei - einen kleinen Jungen - mit dem er in einem überdimensionierten Amischlitten durch seine Heimat Tennessee fährt. Der 34-Jährige spielt auf seinem Heimklavier, erzählt die Geschichte seiner angeblichen Schwester Meg, die er erst zum Schlagzeug spielen zwingen musste, bevor White mit ihr das famose Duo The White Stripes werden konnte. Und dann baut er noch schnell eine Gitarre, aus Holz und einer Colaflasche.
Gitarren ziehen sich durch den Film. Eckige, runde, rote, grüne, alte, neue. Jimmy Page besitzt zahllose, The Edge hat noch seine erste und Jack White spielt eine völlig kaputte mit nur noch vier Saiten. Dabei spiegeln die Instrumente genau die Charaktere ihrer Besitzer wider - den älteren Herren, der in vielen Bands gespielt hat, auf einer Menge Rockalben zu hören ist; den Gitarristen, der seiner Musikgruppe seit 1976 treu ist und den jungen Rockstar, der sich beim Konzert die Finger blutig spielt.
It Might Get Loud ist ein Film für Musiknarren, die hinter die Kulissen blicken wollen. Die Rockstars, die ihre eigene Inszenierung perfekt verinnerlicht haben, werden nur mit Gitarre ohne große Bühne greifbarer. Ein Film für Fans von Dokumentationen, die auf ungewöhnliche Erzähl- und Kameraperspektiven bestehen. Ein Film für Unterhaltungssüchtige, die auch langsame Passagen ertragen. Kein Film für Menschen, die es leise mögen, denn es könnte wirklich laut werden.
Titel: It Might Get Loud
Regie: Davis Guggenheim
Darsteller: Jimmy Page, The Edge, Jack White
Filmlänge: 97 Minuten
FSK: ohne Altersbeschränkung
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