Fr., 25.05.12

Luftverkehrskaufmann 30.08.2009 Wandeln zwischen den Wolken

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Die Ausarbeitung von Flugplänen liegt ebenfalls in den Händen der Luftverkehrskaufleute. Bild: Arbeitsagentur

Von Katlen Trautmann

Der Traum vom Fliegen existiert seit Menschengedenken. Doch nicht jeder eignet sich gesundheitlich als Pilot. Eine Alternative bietet der Beruf des Luftverkehrskaufmannes. Sie sind die Logistiker, die den Luftverkehr am Laufen halten.

Fliegen geht nicht ohne Piloten - aber auch nicht ohne Luftverkehrskaufleute. Egal, ob Fracht transportiert oder Urlauber an ihr Ziel gebracht werden sollen, fast immer sind sie an der Logistik dahinter beteiligt.

«Der Luftverkehrskaufmann arbeitet nahe am Fluggeschehen in allen Bereichen», sagt Wolfgang Haas, Ausbildungsleiter bei der Fraport AG. Die Betreibergesellschaft des Frankfurter Flughafens bildet als einzige Einrichtung in Deutschland zum Luftverkehrskaufmann aus. Die Deutsche Lufthansa bietet unter der gleichen Berufsbezeichnung eine Ausbildung mit berufsbegleitendem Studium an.

Luftverkehrskaufleute kümmern sich um kaufmännische Fragen rund um den Flughafenbetrieb. Sie verkaufen Flugpassagen, disponieren Crew-Einsätze und stellen Streckenunterlagen zusammen, so das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn. «Sie sind Kaufleute in einer der faszinierendsten Branchen», sagt Christoph Fay von der Lufthansa. Neben der organisatorischen Abfertigung von Flugzeugen müssen Luftverkehrskaufleute Frachtkapazitäten planen und Zollformalitäten erledigen können. Treibstoff und Ersatzteilen zu beschaffen, zählt ebenfalls zu ihren Aufgaben.

Bewerber mit Abitur sind klar im Vorteil: Bei Fraport trifft das für mehr als neun von zehn Auszubildenden zu. Das liegt auch an den nötigen Sprachkenntnissen: «Englisch ist die zentrale Sprache im Luftverkehr», sagt Wolfgang Haas. Das BIBB empfiehlt außerdem gute Mathematik- und Wirtschaftskenntnisse. Lufthansa nimmt nur Bewerber mit Hochschulreife.

Angehende Luftverkehrskaufleute lernen, wie man Fluggäste, Luftpost und Luftfracht abfertigt. Sie beschäftigen sich mit dem internationalen Luftverkehr und seinen Fachausdrücken, mit Zollverfahren, der Versicherung und der Werbung. Fraport schickt die Azubis zu einem vierwöchigen Praktikum nach Saudi-Arabien, in die Türkei oder Bulgarien. Die duale Ausbildung dauert drei Jahre.

Die Lufthansa bezahlt ihren angehenden Fachkräften ein Studium an der European Business School mit Sitz in Oestrich-Winkel. Dort wird auf Englisch gelehrt. Ein Semester verbringen Studenten im Ausland. Das dreijährige Studium schließt mit dem Bachelor in Aviation Management ab.

Wer eine Ausbildung als Luftverkehrskaufmann macht, hat vergleichsweise gute Aussichten. Lufthansa bildet nur für den eigenen Bedarf aus. Fraport stellt in der Regel alle Azubis zunächst für ein Jahr ein. «Wer sich bewährt, bekommt einen unbefristeten Vertrag», sagt Haas. Für knapp jeden zweiten Fraport-Absolventen schließt sich an die Lehre ein Studium der Betriebswirtschaft an, oft berufsbegleitend. Das ebnet den Weg ins Ausland oder Management.

ham/hav/news.de/dpa
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