Fr., 25.05.12

Vom Bachelor zum Master 27.06.2009 Nicht jeder hat eine Chance

Vorlesung (Foto)
Selbst unter den fleißigsten Studenten werden einige dabei sein, die nach dem Bachelor keinen Master dranhängen können. Bild: ddp

Von Sascha Rettig

Die Umstellung der Studienabschlüsse im Rahmen der Bologna-Reform hat vor allem ein Ziel: Studenten sollen früher für den Arbeitsmarkt fit sein. Viele wollen jedoch weiter studieren. Allerdings gibt es dabei einige Hindernisse.

Laut einer Eurobarometer-Umfrage im Auftrag der EU-Kommission wollen drei Viertel aller Bachelorstudenten in Europa lieber noch einen Master draufsatteln. Der Übergang verläuft aber längst nicht immer reibungslos.

Grundsätzlich kann jeder, der einen Bachelorabschluss hat, einen Master anzuhängen. «Die Voraussetzung für die Aufnahme eines Masterstudiengangs in Deutschland ist ein berufsqualifizierender Hochschulabschluss», erklärt Margret Wintermantel, Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) in Bonn. «Dazu gehören insbesondere die Bachelorabschlüsse.»

Allerdings bekommt nicht jeder einen Masterstudienplatz. «Die Lehrkapazitäten reichen eigentlich nur für ein Drittel aller Bachelorabsolventen», sagt Matthias Jaroch, Sprecher des Deutschen Hochschulverbands in Bonn. «Deshalb sind manche Studiengänge auch zulassungsbeschränkt.» Es gebe allerdings keine Faustregel, um welche es sich dabei handelt. Das sei von Fach zu Fach verschieden.

Entscheidend ist nicht nur die Bachelornote. «Um die Eignung der jeweiligen Studierenden für einen bestimmten Masterstudiengang sicherzustellen, können die Hochschulen in den meisten Bundesländern besondere Zugangsvoraussetzungen definieren», erläutert Wintermantel. «Diese Anforderungen an die zukünftigen Masterstudierenden sollen gewährleisten, dass sie in der Lage sind, den Studiengang erfolgreich zu absolvieren», fügt die HRK-Präsidentin hinzu. Zu den besonderen Zugangsvoraussetzungen können etwa mathematisches Wissen, Sprachkenntnisse oder sonstige Zusatzqualifikationen gehören.

Bewerbungsverfahren und -fristen sind nicht einheitlich geregelt, und auch die Auswahlverfahren unterscheiden sich je nach Hochschule und Studiengang. «Interessierte sollten sich so früh wie möglich über die Zugangsvoraussetzungen und Bewerbungsfristen informieren», rät Wintermantel. Für diejenigen, die einen Master direkt an einen Bachelor anschließen wollen, sei eine Bewerbung meist schon vor Abschluss des Bachelorstudiengangs möglich.

Ein Hindernis: Nicht jeder Masterstudiengang ist mit jedem Bachelorabschluss kombinierbar. «Das hängt auch damit zusammen, ob es sich um einen konsekutiven, also um einen direkt auf den Bachelor aufbauenden Studiengang handelt oder nicht», Experte Jaroch. Daher sei es zwingender denn je, sich eingehend darüber zu informieren, was das jeweilige Studium vorsieht und welche Entwicklungsmöglichkeiten es für Studenten gibt.

Ob man beim Masterstudium Bafög bekommt, hängt von mehreren Faktoren ab. «Konsekutive Studiengänge werden weitergefördert», sagt Achim Meyer auf der Heyde, Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks in Berlin. Bei nicht-konsekutiven Studiengängen ist die Lage nicht eindeutig. In diesen Fällen müssen sich die Bachelorabsolventen individuell beraten lassen. Auch eine Übergangsfinanzierung gibt es nicht. Das bedeutet, dass man bei einer Lücke zwischen dem ersten Abschluss und dem Beginn des Masterstudiengangs entweder jobben, vom Gesparten leben oder Sozialleistungen in Anspruch nehmen muss.

Bachelorabsolventen sind allerdings nicht gezwungen, den Master an derselben Hochschule zu machen. «Der Übergang vom Bachelor zum Master ist ein häufig genutztes ‹Mobilitätsscharnier›», sagt Wintermantel. Auch wenn inhaltlich aufeinander aufbauende Studiengänge so geplant sind, dass ein direkter Übergang in den Master bereits angelegt ist, können die Studierenden individuell ihren Studienort bestimmen.

Nach dem Bachelorabschluss haben die Absolventen verschiedene Möglichkeiten - und der direkt anschließende Master ist nur eine davon. «Ob man sich dafür entscheidet, hängt vor allem von der eigenen Lebensplanung ab», sagt Wintermantel. «Die Rückkehr an die Hochschule, nachdem man bereits berufstätig war, kann dabei sehr vorteilhaft sein, weil man Erfahrungen aus der Berufswelt und klarere Vorstellungen von der angestrebten Karriere mitbringt.» Wer promovieren möchte, braucht in der Regel ebenfalls einen Master. In Einzelfällen könnten zwar auch besonders geeignete Bachelorabsolventen zugelassen werden, erklärt Wintermantel. «Das ist aber eher die Ausnahme.»

ham/kat
Leserkommentare (1) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Fritz
  • Kommentar 1
  • 23.11.2009 17:50
 

Ein Masterplatz sollte für alle Bachelorabsolventen zur Verfügung stehen. Ich mache gerade meinen Masterabschluss und mit einem Bachelor ist man in meinem Fach, auf dem Arbeitsmarkt nicht vermittelbar. Ein Master ist schließlich ein Diplom und keine Promotion...

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