Fr., 25.05.12

Frauen und die Wirtschaftskrise 26.06.2009 «Ossis geben nicht so leicht auf»

Karriere (Foto)
Frauen sollten im Job offensiver vorgehen. Denn ihre Unsicherheit verhindert den Aufstieg auf der Karriereleiter. Bild: dpa

Von news.de-Redakteurin Ines Weißbach

Die Krise ist nicht weiblich, und ostdeutsch erst recht nicht. Eine Studie zeigt jetzt, dass Frauen im Osten eher von der Wirtschaftskrise profitieren. Die wahren Verlierer sind demnach die Männer im Westen.

«Wir Frauen im Osten sind durch die Krise nicht so leicht zu erschüttern, da wir einen kompletten Zusammenbruch bereits erlebt haben», sagt Anke Domscheit und verweist auf den Mauerfall. Die studierte Textilkünstlerin arbeitet jetzt als Managerin bei Microsoft in Berlin und glaubt aus ihren eigenen Erfahrungen zu wissen, warum Frauen im Osten besser für die Krise gewappnet sind.

Sie und andere Rednerinnen und Diskussionsteilnehmer beim Kongress «Frauen machen neue Länder» in Leipzig sind tatsächlich Macherinnen. Sie sind erfolgreich und wollen ihre Erfahrungen weitergeben und sich vernetzen.

Im Mittelpunkt steht die Vorstellung der Studie «Frauen machen neue Länder – Stark durch die Krise», die der Bundesminister für Aufbau Ost, Wolfgang Tiefensee, in Auftrag gegeben hatte. Uta Bauer und Susanne Dähner haben dafür Führungskräfte interviewt, in Unternehmen geforscht. Und nun machen die beiden Geografinnen die Frauen als zentrale Stütze der ostdeutschen Wirtschaft aus. «Die Frauen im Osten werden nicht vom Arbeitsmarkt gefegt, der Verlierer der Krise ist der westdeutsche Mann», erklären die Autorinnen.

Die Arbeitslosenquote bei ostdeutschen Frauen sank im März 2009 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 8,7 Prozent. Bei den westdeutschen Männern hingegen waren 12,1 Prozent mehr arbeitslos. Junge ostdeutsche Frauen zählen laut der Studie zur bestausgebildeten Bevölkerungsgruppe und haben damit allgemein eine gute Position auf dem Arbeitsmarkt für Fachkräfte. Auch sei der Dienstleistungssektor, in dem sie zumeist arbeiten, bisher weniger konjunkturanfällig als die «typischen» Männerberufe.

Andererseits sei bereits zu DDR-Zeiten und nun in Ostdeutschland der Gedanke der «beruflichen Segregation» nicht ausgeprägt gewesen, wie es Anke Domscheit ausdrückt. «Es gab schon in der Schule früher nicht die Möglichkeit Naturwissenschaften abzuwählen, und so wurde uns auch nie suggeriert, wir wären für Männerberufe ungeeignet.» So sprechen auf der Tagung neben Galeristinnen und Künstlerinnen, auch Geschäftsführerinnen von Metallbau- und Leichtbauunternehmen.

«Frauen haben schon immer die Berufe übernommen, die Männern nicht mehr wert waren. Goethe hatte ja auch noch einen Sekretär», meint Petra Löschke. Bis einen Tag vor der Konferenz war ihr Mann Geschäftsführer des Leipziger Unternehmens PC-Ware. Sie ist dort für den Bereich Soziales und Kultur zuständig. «Vielleicht ist nach all den Misserfolgen der Männer Banker nun der neue Frauenberuf.»

Die Studie stellt zwar die Krise auch im Osten als eine Herausforderung dar, allerdings sei der Anteil kleinerer Unternehmen mit bis zu 20 Mitarbeitern größer als im Westen - eine Voraussetzung für flexible Entscheidungen und ebenso bessere Aufstiegschancen für Frauen. Immerhin seien in Ostdeutschland bereits 30 Prozent der oberen Führungskräfte weiblich, da auch der Frau als Krisenmanagerin viel zugetraut wird. Im Westen liege der Anteil bei 24 Prozent. «Wir Ossis mussten eben immer erfinderisch sein und geben nicht so schnell auf», sagt Domscheit.

Zusätzlich sei der «Pay-Gap», die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen, mit sechs Prozent Unterschied im Osten nicht so gravierend wie im Westen (24 Prozent). Allerdings auch weil das Niveau der Ostlöhne noch nicht an den Westen heranreicht.

In einer Infratest-Umfrage sahen 60 Prozent der Befragten die Ostfrauen als bessere Krisenmanager, wiederum nur 15 Prozent die Männer. Frauen seien kooperativer in ihrem Führungsstil, kommunikativer und könnten ihre Mitarbeiter besser motivieren. Schon allein deshalb sei die Krise «männergemacht», meint Anke Domscheit. Sie sieht einen weiteren Vorteil der Ostfrauen in ihren teils brüchigen Lebensläufen. «Sie bringen in Männerunternehmen nicht nur durch ihr Geschlecht Vielfalt.»

mat/news.de
Leserkommentare (1) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Kommentar 1
  • 04.07.2009 09:14
 

Ja richtig, Ostdeutsche Frauen sind sogar so schlau, dass man Sie zur Kanzelerin wählt, diese dann in der Zeitschrift Forbes zu den mächtigsten der Welt erchoren lassen, einen Vertrag von 500 und mehr mrd. Schulden für Deutschland unterzeichnen, und wenn sie dann aus dem Amt sind bekommen Sie und natürlich wir alle unsere Abrechnung. Daumen hoch, nur weiter so!!!

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