Von news.de-Redakteurin Isabelle Wiedemeier
Ulrike Schubert verkauft Hundekinderwagen, Schühchen für Vierbeiner und Halsbänder mit Swarowski-Steinchen. Sie besitzt auch die erste Hundewaschanlage Deutschlands. Einen Hund als Mensch zu behandeln, findet sie jedoch grundverkehrt.
Die niedlichen Jeans gibt es aus beigem Cord oder klassisch blau. Geschätzte Größe 62, für ein vier Monate altes Kind. Allerdings hat das Modell nur einen Träger und vorn ein großes Loch. Es wurde nicht für kleine Menschen geschneidert, sondern für kleine Hunde.
Damit ihnen nicht kalt ist. «Hunde frieren im Winter wirklich, wenn sie den ganzen Tag bei 25 Grad im Haus sind», sagt Ulrike Schubert. Sie verkauft in ihrem Leipziger Hundeladen jede Menge «Schnulli», wie sie es selbst nennt. Neben dem Kinderwagen steht im Schaufenster ein Sofa mit Decke im Leopardenlook, das Hundeimitat darauf trägt Mantel mit Hütchen, ebenfalls im Desgin der Wildkatze.
Der Hund zum kleinen Menschen dressiert, dieser Gedanke bleibt angesichts dieses Angebots nicht aus. Dass Omis ihrem Yorkshire-Terrier ein Jäckchen überzieht, ist nicht neu. Doch die Marotte ist zum Trend geworden. Gerade erst hat sich in Hannover ein Hundestammtisch etabliert, wo Frau- und Herrchen Wasser trinken und ihr Tier Hundebier. Immer mehr junge Paare haben Hund statt Kind. Vierbeiner werden bekleidet, geschmückt, mit Parfüm bespritzt, frisiert und sitzen mit am Tisch.
Ulrike Schubert ist eigentlich gar nicht der Typ dafür. Ihre große schwarze Gordon Setter Hündin Chita liegt entspannt unterm Ladentisch, ganz ungeschmückt. Schubert ist eine handfeste Person, eigentlich Berufsschullehrerin für Wirtschaftsfächer. Als sie merkte, dass sie den Job nicht mehr mit vollem Elan ausfüllen könnte, sattelte sie auf Hunde um. Und wurde dabei sogar ein bisschen berühmt, denn sie stellte in ihr Leipziger Geschäft vor vier Jahren die erste Hundewaschanlage Deutschlands. Im Herbst ist sie damit auf Sat.1 zu sehen, weil der Komiker Ralf Schmitz sich gern von ihr in der Anlage waschen lassen wollte. Vielleicht möchte er damit auf die zunehmende Verhündlichung des Menschen aufmerksam machen?
Dass sie mit ihrem Angebot dazu anregt, Hunde zu vermenschlichen, will Ulrike Schubert in jedem Fall nicht auf sich sitzen lassen. «Da bin ich total dagegen. Die meisten Leute kaufen aber auch praktische Sachen», betont sie. Wärmende Kleidung eben, und Schühchen gegen das ätzende Salz im Winter. Oder den Kinderwagen, für alte Hunde, die den Spaziergang selbst nicht mehr schaffen. Als Gefährte des Menschen muss sich eben der Hund auch der menschlichen Umwelt anpassen, hat sie festgestellt.
Und selbst, wenn das Schleifchen im Haar genauso wenig Nutzwert hat wie das Swarowski-Steinchen am Halsband, tue ein Besitzer seinem Hund damit nichts Schlimmes an, findet Ulrike Schubert. «Das ist dem Tier egal, wenn er artgerecht gehalten wird. Wenn ich einen Hund aber nicht als Hund erziehe, habe ich ständig Probleme, und auch der Hund fühlt sich nicht wohl», betont sie.
Das ist ihr Thema. Ein Hund müsse ein Hundeleben führen, dann schaden auch die Accessoires verrückter Besitzer nicht. «Er braucht einen dominanten Führer, dem er sich unterordnen will, wie im Rudel», erklärt sie. Und krallt sich den wilden Jack Russel Terrier, der hektisch an ihr hochspringt. Er bekommt ein paar ernste Worte, wie so mancher ungezogene Hund, der bei ihr zur Hundepflege abgegeben wird.
Ab und zu hat sie deswegen auch Diskussionen mit Hundebesitzern. «Ich ecke auch an. Einmal hatte ich einen Yorkshire, der hat jeden gebissen. Ich habe ihn dreimal auf den Rücken gelegt, dann ging es», meint sie. Für Erziehung sei es auch bei Hunden nie zu spät.
Ihr Lieblingsaccessoire aber dient vor allem der Erziehung der Hundebesitzer. «Jeder, der in den Laden kommt, bekommt Tüten für Hundekot mit.»
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Der Hund ist ein toller Gefährte des Menschen und das ist auch gut so. Ich wünschte mir nur, dass die Menschen die Hunde besser behandeln würden. Futter und ein Dach über dem Kopf sind nicht alles was ein Vierbeiner braucht(andere Tiere nicht ausgeschlossen). Richtiges Futter, Tierarztbesuche, Gassigehen, etc. gehören auch dazu und vor allem: ERZIEHUNG! Auch ein sehr kleiner Hund sollte die wesentlichen Kommandos befolgen können, dieses permanente Gekläffe ist genauso nervig wie das kräftige Gebell eines großen Hundes. Leider sehe ich sehr oft, dass Hunde überhaupt nicht hören, auf wen denn auch, wenn alle auf ihn einreden und Befehle geben!? Besonders verärgern mich die sogenannten "Beissvorfälle" mit sogenannten "Kampfhunden". 16 Jahre ist unsere Rottweilerhündin alt geworden, sie nie jemanden ein Leid zugefügt, keinen gebissen und niemanden angeknurrt. Sie konnte ohne Leine gehen und ist trotzdem "Fuss" gegangen, egal wer uns entgegen kam(Tier oder Mensch), in der Gaststätte hat man sie erst bemerkt als wir nach Wasser fragten! Ergo-der Mensch ist immer der Auslöser für ein Fehlverhalten eines Tieres! Zum Beitrag oben: wer es mag!
jetzt antwortenKommentar meldenDas Tier ist der beste Freund des Menschen.
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