Geheimnisse erfolgreicher Berufsstarts
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Neu im Büro zu sein, hat manche Tücke. Vor allem, wenn man Berufsanfänger ist. Nur wer ein paar einfache Regeln beherzigt, nimmt nicht jedes Fettnäpfchen mit.
Stellt man am ersten Arbeitstag das eigene Auto auf dem Parkplatz des Chefs ab und nimmt beim Meeting dessen Sitzplatz einnehmen, ist es mit der Karriere schnell vorbei. Wer neu im Büro ist, sollte zunächst eine Beobachterrolle einnehmen. «Gerade in den ersten Tagen sollten Neulinge nicht zu forsch auftreten», rät Karrierecoach Hans-Rainer Vogel aus Wiesbaden. Da viele Unternehmen über feste Strukturen verfügen, komme es zu Beginn vor allem darauf an, sich selbst einzuordnen.
Eigene Ideen oder Verbesserungsvorschläge gelte es erst vorzutragen, wenn sie explizit erwünscht sind. Berufsanfänger müssten daher zunächst geduldig sein. «Falsch ist es, zu schnell zu viele Veränderungen zu wollen», warnt Vogel. Abwartende Neugier sei die weitaus bessere Haltung.
«Das kommt auch bei den Kollegen gut an», sagt Paul Stallmeister, Berufsberater für akademische Berufe bei der Arbeitsagentur in Münster. Ein Besserwisser, der gleich zu Beginn die Abteilung umkrempeln will, werde es schwer haben. Hilfestellung biete oft ein offizieller Ansprechpartner aus dem Unternehmen, dem Berufsanfänger Fragen stellen können - und auch sollten.
«Neben der Kenntnis der innerbetrieblichen Abläufe ist auch die persönliche Integration ein Schlüsselfaktor für einen erfolgreichen Berufsstart», sagt Jürgen Lürssen, Karriereberater und Professor für Marketing an der Universität Lüneburg. Daher sei es von Bedeutung, sich intensiv mit den neuen Kollegen zu beschäftigen und zu unterhalten - beruflich wie privat.
«Dementsprechend wichtig ist der eigene Einstand bei den neuen Kollegen», erläutert Imme Vogelsang, Geschäftsführerin von Etikette Trainer International (ETI) in Hamburg. Dieser sollte möglichst in den ersten zwei Wochen gegeben werden. Welcher Rahmen üblich ist, erfragt man am besten bei Kollegen. Zwar gehöre es dabei dazu, sich den anderen vorzustellen. Ein Kardinalfehler sei es aber, ausschweifend zum Beispiel von kuriosen Hobbys zu erzählen.
Ärger handelt sich auch ein, wer gleich am ersten Tag unpünktlich ist. Solche Situationen ließen sich aber auf freundliche Weise entschärfen, sagt Vogelsang: «Eine ehrliche Entschuldigung, die kurz und sachlich ist, wirkt in solchen Fällen Wunder.» Langatmige Erklärungen reizten verärgerte Chefs nur noch mehr.
Ein typischer Anfängerfehler ist laut Lürssen unangemessene Kleidung. In Jeans und Karohemd komme zwar niemand mehr zur ersten Abteilungsbesprechung. Nicht weniger problematisch sei es aber, wenn der neue Mitarbeiter besser gekleidet ist als der Chef - in Fachkreisen bekannt als «overdressed».
Gibt es Probleme mit Vorgesetzten oder Mitarbeitern, sollten diese direkt angesprochen werden, rät Lürssen. Gründe für Dissonanzen liefern Berufseinsteiger nicht selten selbst - oft sorge ihr Hang zur Selbstüberschätzung für Streit.
Hochschulabsolventen erleben beim Start in den ersten Job oft einen regelrechten Praxisschock. Ärger kann es geben, wenn sie überfordert sind oder die neue Arbeit nicht den eigenen Erwartungen entspricht. Um Enttäuschungen vorzubeugen, sollten Büroneulinge keine übertrieben hohen Ansprüche hegen, zumal Zielsetzungen ohnehin vom Chef vorgegeben werden, rät Jürgen Siebert vom Beratungsunternehmen Kienbaum in Düsseldorf. «Sinnvoller ist es, den Berufsstart auch als Orientierungsphase nutzen.»
ham/kat
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