Fr., 25.05.12

Kommentar 14.05.2009 Umweltschutz dank knapper Kasse

Kommentarfoto Isabelle Wiedemeier (Foto)
News.de-Redakteurin Isabelle Wiedemeier. Bild: news.de

Von news.de-Redakteurin Isabelle Wiedemeier

Die umweltbewussten Deutschen haben sich als wenig umweltfreundlich erwiesen. Dabei tun wir doch, was wir können. Vielleicht ein bisschen zuviel. Denn was die Umwelt wirklich schont, ist nicht teuer und auch nicht weit weg.

Wir sind die Könige im Mülltrennen und rennen den Öko-Supermärkten die Türen ein. Aber in den 65 Aspekten, die National Geografic für seine Greendex-Studie abgefragt hat, steht Deutschland, abgeschlagen hinter Indien, Brasilien, China und sogar Fleischproduzent Argentinien, als ziemlichen Umweltrowdy da. Platz 10 von 17 in der Öko-Welt - da sollte vielen deutschen Touristen ihr: «Bei uns zuhause ginge das aber nicht!» im Hals stecken bleiben.

Denn vorne Müll trennen und hinten dicke Autos fahren, demonstrativ «bio» kaufen und trotzdem in den Urlaub fliegen oder erst die Energiesparbirnen einschrauben und sich dann Mineralwasser aus der Flasche einschenken, das sind Symptome einer Doppelmoral, die wir selbst nicht einmal wahrnehmen.

So ist das mit dem bewusstlosen Umweltbewusstsein. Schuld an all dem ist der Konsum. Nur, was kostet, macht glücklich, glauben wir. Deshalb funktioniert das Bio-Essen, das Leitungswasser hingegen nicht so gut. Nur die Krise hat es geschafft, uns zu umweltschonender Bescheidenheit zu zwingen. Deshalb gab es 2009 auch gleich drei Greendex-Punkte mehr als 2008, von 48,1 auf 51,8 Punkte.

Ob das mit dem Glück wirklich stimmt, könnte man ja angesichts knapper Kassen ganz nebenbei mal auf die Probe stellen. So richtig ökomäßig im Thüringer Wald wandern gehen, statt dazu in die Anden zu fliegen.

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