Fr., 25.05.12

Bauen auf dem Mond 14.05.2009 Weltferne Häuslebauer

Mondstation (Foto)
Visionen von dauerhaften Siedlungen auf dem Mond gibt es viele - noch sind sie aber kaum umsetzbar. Bild: news.de

Von news.de-Redakteurin Anwen Roberts

In 40 Jahren Raumfahrt haben erst zwölf Menschen den Mond betreten. Doch Ingenieure und Visionäre sammeln schon Ideen, um die Mondstation der Zukunft zu bauen. Deutsche Forscher wollen spezielle Materialien entwickeln.

Rund 200 europäische Forscher haben im Rahmen der «Lunar Base»-Konferenz des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) darüber disktuiert, wie sich der Mond besiedeln lässt. Den Wissenschaftlern ging es vor allem darum, wie eine Mondbasis konstruiert und die Energieversorgung gesichert werden könnte.

Forscher der Technischen Universität (TU) Kaiserslautern, die die Konferenz organiserten, und der TU Dresden wollen gemeinsam einen Baustoff entwickeln, mit dem sich eine solche Mondsiedlung errichten lässt. Geprüft werde, ob sich der Mondstaub Regolith mit Hilfe von Sonnenlicht vor Ort zu einem Baumaterial verschmelzen lasse, erklärte Jürgen Schnell, Professor für Massivbau und Baukonstruktion an der TU Kaiserslautern.

Bekannte Baustoffe und Werkzeuge, wie sie auf der Erde eingesetzt werden, wären nämlich auf dem Mond unbrauchbar. Zement ließe sich mangels Wasser nicht ohne Weiteres anmischen - und selbst der einfachste Hammer würde unter ganz anderen physikalischen Bedingungen funktionieren.

Neben Materialfragen müsste bei den Besiedelungsplänen auch die menschliche Gesundheit berücksichtigt werden: Es gibt keine Luft zum Atmen, und auch die Temperaturen schwanken enorm - von minus 160 Grad in den Mondnächten bis zu 130 Grad Celsius in der Sonne. Da die Anziehungskraft auf dem Mond nur ein Sechstel der Erdanziehung beträgt, schwinden Muskeln und Knochen. Zudem wäre der menschliche Körper kosmischer Strahlung ausgeliefert. Zuletzt wurde der Mond im Dezember 1972 betreten – die beiden Astronauten der Apollo-17-Mission litten trotz ihrer Schutzanzüge unter der Strahlung.

Und doch planen gleich mehrere Länder für die kommenden Jahre bemannte Mondmissionen, bei denen der Erdtrabant auch zum «Sprungbrett» für Reisen zum wesentlich weiter entfernten Nachbarplaneten Mars werden könnte. Neben den USA planen auch China und Russland nach 2020 den Aufbau einer Mondstation.

Eine Auseinandersetzung mit der Rückkehr des Menschen zum Mond und im Besonderen mit den Möglichkeiten, dort zu leben und zu forschen, habe daher Aktualität gewonnen, sagte Schnell. «Wir möchten uns in diese Projekte einbringen, daher ist es notwendig, dass wir eigene Konzepte entwickeln.»

Dass diese Konzepte irgendwann Wirklichkeit werden, davon sind die Veranstalter der Konferenz überzeugt. Es bedarf zwar noch weiterer Forschung, wie der Vorstandschef des DLR, Johann-Dietrich Wörner, der Nachrichtenagentur dpa sagte: «Der Mond ist längst nicht so wissenschaftlich ergründet, wie man vielleicht denkt». Trotz aller Hindernisse wird es die feste Station auf dem Mond eines Tages geben, davon ist DLR-Chef Wörner überzeugt.

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