Inzwischen ist Knut so schmutzig beige wie jeder andere Eisbär auch. Und die Millionen, die er dem Berliner Zoo als weißes Fellbündel bescherte, haben die Tiergärten aus Berlin und Neumünster vor Gericht geführt. Ein Gütevorschlag des Richters ist gescheitert.
Wenn Mitleid bei Menschen auch so viel Geld brächte, gäbe es wohl keine Armut auf der Welt. Der Berliner Zoo verdiente mit dem von seiner Mutter verstoßenen Eisbärbaby Knut Millionen. Doch der Tierpark Neumünster, der Knuts Erzeuger Lars gestellt hatte, möchte auch seinen Teil der Gewinne einstreichen. Weil Berlin dabei eine totale Verweigerungshaltung an den Tag gelegt habe, wie Neumünsters Zoodirektor Peter Drüwa betont, ist der Zoo gegen die Berliner vor Gericht gezogen.
Eine gütliche Einigung in dem Fall ist vor dem Landgericht Berlin zunächst gescheitert. Berliner Zoo und Tierpark Neumünster erklärten sich aber bereit, in den kommenden zwei Monaten nochmals Vergleichsgespräche zu führen. Sollte auch dann keine Einigung zustande kommen, will das Landgericht am 1. September ein Urteil verkünden.
Im Prozess hatte das Landgericht Berlin den Vorschlag gemacht, über einen Verkauf von Knut nachzudenken. Der Berliner Zoo bot 350.000 Euro - «und keinen Cent mehr», damit Knut endgültig in der Hauptstadt bleiben kann. Das Gericht bezweifelte, ob die Klage aus Neumünster überhaupt begründet ist, und schlug den Vertretern des Berliner Zoos vor, 700.000 Euro zu zahlen, um den Streit zu beenden. Das lehnte der Zoo als nicht verhandelbar ab.
Niemand bestreitet, dass Knut dem Berliner Zoo die Zuschauer in Massen zuführte. In Knuts Geburtsjahr 2007 zählte der Zoo mehr als drei Millionen Besucher, 27 Prozent mehr als 2006. Der Bilanzgewinn betrug insgesamt rund 6,8 Millionen Euro, Knut-Souvenirs brachten weitere Einnahmen in die Kassen. Der Tierpark Neumünster hingegen hat nach eigenen Angaben rund 200.000 Besucher jährlich.
Peter Drüwa sagte gegenüber der Süddeutschen Zeitung, laut Zuchtvereinbarung gehöre das Ergebnis der ersten, dritten, fünften und jeder weiteren ungeraden Nachwuchszeugung dem Zoo Neumünster. Da Knut Lars' erster Nachwuchs ist, beharrt Drüwa auf den Besitzrechten an dem Eisbärenjungen. Die Berliner weisen die Ansprüche jedoch zurück.
Weiterführende Links:
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