Von news.de-Redakteurin Isabelle Wiedemeier
Dem Aktionsbündnis Amoklauf reicht es nicht, Paintball abzuschaffen, wie die Regierung im neuen Waffenrecht plant. Es will großkalibrige Waffen verboten wissen und alle Pistolen und Gewehre aus Privathäusern verbannen.
Mit 50.000 Unterschriften kommt man in den Bundestag. Für Hardy Schober ist das sehr wichtig, denn vor zwei Monaten hat der 17-jährige Tim K. in Winnenden seine Tochter erschossen.
Dass der Jugendliche sich einfach die Beretta 92 seines Vaters nehmen und 15 Menschen erschießen konnte, ist für Schober der Grund, warum er diese 50.000 Unterschriften braucht. Er und die anderen Eltern, die sich im Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden zusammengeschlossen haben, wollen, dass Privatleute ihre Waffen künftig im Schützenhaus lagern müssen.
Wenn 50.000 Menschen ihnen ihre Zustimmung per Unterschrift geben, ist der Petitionsausschuss des Bundestages verpflichtet, sich mit der Beschwerde auseinanderzusetzen. Und das Aktionsbündnis erhielte ein Rederecht im Parlament.
Die Mitglieder wollen erreichen, dass nicht länger nur die Attentäter im Blickpunkt der Medien stehen, sondern viel stärker die Opfer. Die sollen ein Gesicht bekommen, und deshalb zeigen sie ihres: zum Beispiel Hardy Schober. Er bewältigt seinen Schmerz mit Kampf. Mit dem Bündnis, das er gegründet hat, sammelt er jetzt Zustimmung in Form von Unterschriften, um den Bundestag zu einem generellen Verbot großkalibriger Waffen für Privatpersonen und einem Verbot für Faustfeuerwaffen in privaten Haushalten zu bewegen.
«Privatwaffen sollen generell in Schützenhäusern gelagert werden, damit kein Unbefugter Zutritt hat. Was wollen sie denn damit machen, wenn sie die Waffen zuhause haben? Auf der Straße herumballern?», fragt er gegenüber news.de. Der Schießsport im Verein, mit Kleinkaliberwaffen, habe jedoch seine Berechtigung. «Die machen gute Jugendarbeit und fördern das Brauchtum, dagegen haben wir nichts», sagt Schober.
Die Unterschriftenliste ist im Internet herunterzuladen, sie zeigt eine Pistole in einem Verbotsschild, die Botschaft ist klar. Eine zweite Unterschriftenliste wirbt für das Verbot von «Killerspielen, die dazu dienen, Menschen zu ermorden», wie es in der Petition heißt.
Das Gesetz, das die Bundesregierung auf den Weg bringen will, reicht Schober vorn und hinten nicht. Reine Kosmetik, meint er. Vor den Wahlen wolle es sich die Regierung nicht mit der Lobby von 1,5 Millionen Schützen verderben. Für sinnvoll hielt er zwar den Vorstoß, unangekündigte Kontrollen bei Waffenbesitzern durchzuführen, aber die Politik ruderte bereits zurück, Wohnungskontrollen gegen den Willen der Waffenbesitzer seien nicht vorgesehen.
Hardy Schober sieht ein, dass dies mit dem Grundgesetz nicht vereinbar wäre. Deshalb setzt er auf klare Fronten. Als positives Beispiel nennt er Großbritannien, wo als Konsequenz des Amoklaufs in Schottland 1996 die «Tötungsmaschinen», wie er die Großkaliber nennt, aus dem Verkehr gezogen wurden. Damals hatte sich ebenfalls ein Aktionsbündnis gegründet, das sich die Winnender Eltern zum Vorbild nahmen.
Auch die sogenannten Killerspiele will das Aktionsbündnis komplett verboten wissen. «Diese Spiele beeinflussen nachweislich die Art zu denken», sagte Gisela Mayer, ebenfalls Mitglied im Aktionsbündnis, bei der Vorstellung der Unterschriftenaktion. Altersbeschränkungen seien zu leicht zu umgehen.
Aber die Eltern stellen nicht nur klare Forderungen an die Politik. Es gibt auch kleine Schritte, die akut helfen können. Wie der geplante Online-Notruf, bei dem Jugendliche verdächtige Botschaften anzeigen können sollen. Außerdem will das Bündnis die Gründung eine «Stiftung gegen Gewalt an Schulen» anstoßen.
Denn Hardy Schober ist sich klar darüber, dass ein Amoklauf nicht allein durch den Zugang zu Waffen ausgelöst wird. «Unser Ziel ist, dass wieder mehr Harmonie und Glück vermittelt werden. Auch die Verlierer müssen akzeptiert werden. Wir sind eine Gesellschaft nur für Gewinner, aber dadurch fordern wir ein Denken heraus, das nur Schönheitsprinzessinnen schätzt. Die Verliererinnen, zum Beispiel bei den Talentshows im Fernsehen, müssen heulen vor der Kamera», sagt er.
Gesetzesänderungen aber sind zunächst griffiger und können schneller über die Bühne gehen, findet das Aktionsbündnis. Deshalb wollen sie erst einmal in den Bundestag.
Ich hoffe das daß Aktionsbündniss winnenden seine eigene Medizin zu spüren bekommt.Sie haben es ja schon geschafft das am Grundgesetz herumgedoktert wird.Ich habe selten soviel unwissenheit und halbinformation gesehen.Was von diesem Bündniss verbreitet wird grenzt schon an eine hetzjadt auf eine bestimmte Volksgruppe.Sind wir in diesem Land schon so weit gekommen,das man nicht mehr sachlich Probleme lösen kann.Mann sollte sich fragen ob mann solchen Leuten nicht auch die Kosten für Ihre Ideen auferlegt.Da sollen ganze Berufsgruppen vernichtet werden.Es gibt sogar ein Gesetz das Kollektivstrafen verbietet und genau das versucht dieses Bündniss zusammen mit einigen Politikern (die meistens noch nicht einmal wissen wovon sie Reden) zu tun.Mein Mitgefühl gilt den Eltern aber nicht ihrem Bündniss.Ps.England hat ein totales waffenverbot aber mehr Morde und illegale Waffen als je zuvor.Wenn schon Berichterstattung dann auch ALLES!!!
jetzt antwortenKommentar meldenZitat Hardy Schober: «Privatwaffen sollen generell in Schützenhäusern gelagert werden, damit kein Unbefugter Zutritt hat. Was wollen sie denn damit machen, wenn sie die Waffen zuhause haben? Auf der Straße herumballern?» ................................................... Wenn Herr Schober das so meint, gibt er seine Unkenntnis in Bezug auf das Waffenrecht öffentlich kund. Jeder, der eine legale und registrierte Waffe in Privatbesitz hat, bekam diese nicht, ohne vorherige entsprechend bestandene Sachkundeprüfung und nach einer bestimmten Wartezeit befürwortet. Und ohne den behördlichen Voreintrag läuft schon mal gar nichts. Bei diesen Sachkundeprüfungen sind neben den Lehrgangsträgern auch entsprechend sachkundige Vertreter der staatlichen Behörden anwesend. Ferner ist im Waffengesetz eindeutig der Erwerb, der Umgang uns die sichere Lagerung der Waffen geregelt... Soviel dazu. Mir geht dieses Aktionbündnis mittlerweile durch seine Unkenntnis und seinen quasi \\\"diktatorischen\\\" Regelungswillen dermaßen auf die Nerven, daß es von mir keinerlei Unterstützung -auch nicht mehr in Form von Kirchensteuern- gibt. Wir Sportschützen sind keine Kriminellen und werden regelmäßig von den Behörden auf unsere Zuverlässigkeit hin überprüft. Wenn da dann was gravierendes ist, reagiert die zuständige Behörde schon - auch ohne Aktionsbündnis Winnenden. Ich habe genug von den selbst ernannten Aposteln, die meine Schützenschwestern -u. Brüder und mich um ein schönes Hobby bringen wollen. Falls in der BRD der private Waffenbesitz abgeschafft werden sollte, dann ist zu befürchten, daß der Waffenschwarzmarkt eine Boom erleben wird. Leider ist es ja jetzt schon möglich, an eine illegale Waffe leichter und billiger heranzukommen, als eine legale. Das möge man allerseits bedenken!!!
jetzt antwortenKommentar meldenEs ist völlig wirsch, Killerspiele (und alles das, was man fälschlicherweise als Killerspiel definiert) zu verbieten. Alles was verboten ist, übt einen noch größeren Reiz aus! Und ich würde mir von keinem Gesetz der Welt Computerspiele verbieten lassen. Es gibt immer Wege, sein Hobby auszuleben. Wie wäre es mit ausländischen Killerspieltrainingslagern? Nur gut, daß die Regierung sich noch nicht an das Verbot von Paintball herangetraut hat, gibt es doch genug vernünftige Menschen, denen dieses Spiel einfach nur Spass macht, ohne daß jemand zu Schaden kommt. Ich sage nur: Laßt die Finger von denen, die nur ihr Hobby ausleben wollen und kümmert euch lieber um die, die sich auch nach einem Waffenverbot diese mit Leichtigkeit auf dem Schwarzmarkt besorgen werden.
jetzt antwortenKommentar meldenMenschen töten, nicht Waffen. Ändert was in der Erziehung und lasst die Sportschützen endlich in Ruhe!
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