Die Schweinegrippe hat ein erstes Todesopfer außerhalb Mexikos gefordert: Im US-Bundesstaat Texas erlag ein 23 Monate altes Kind der Viruserkrankung. Derweil häufen sich Verdachtsfälle in aller Welt. Mittlerweile wird sogar ein Stopp aller Flüge nach Mexiko gefordert.
Das Schweinegrippe-Virus ist auf Deutschland übergesprungen. Das Berliner Robert-Koch-Institut (RKI) bestätigte am Mittwoch drei Krankheitsfälle. Darüber hinaus gehen die Behörden weiteren Verdachtsfällen in mehreren Bundesländern nach.
Währenddessen ist im US-Staat Texas ein 23 Monate altes Kind am Schweinegrippe-Virus gestorben. Der Chef des US-Zentrums für Seuchenkontrolle (CDC), Richard Besser, bestätigte den Tod in einem CNN-Interview, nannte aber keine Einzelheiten.
Von der Krankheit in Deutschland sind nach Angaben des RKI eine 22-jährige Frau in Hamburg betroffen sowie ein Mann Ende 30 in Regensburg und eine 37-Jährige aus Kulmbach. Den beiden Patienten in Bayern geht es nach Angaben der Landesregierung aber wieder besser.
Alle Betroffenen waren zuvor in Mexiko, wo es bereits mehrere Todesopfer gegeben hat. Die 22-jährige Frau aus Hamburg kam nach einer Mexikoreise mit Influenza-ähnlichen Symptomen über den Flughafen Düsseldorf nach Hamburg ins Krankenhaus. Die erste Labordiagnose wurde im dortigen Bernhard-Nocht-Institut erstellt. Wie die Klinik mitteilte, wurde die Patientin isoliert und untersucht sowie mit Medikamenten behandelt. Es gehe ihr den Umständen entsprechend gut, hieß es.
Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt sagte, in Deutschland werde derzeit alles getan, damit es nicht zu einer Grippe-Pandemie komme. Aber «niemand von uns weiß, wie die Dynamik weiter geht», sagte die Ministerin. Neben den drei Erkrankten gebe es in Deutschland noch vier Verdachtsfälle auf das neue Virus. Bei zwei davon gebe es noch keine Klarheit.
Getroffen habe es bislang ausschließlich Menschen, die selbst in Mexiko gewesen sind. Deutschland habe sich «sehr früh und sehr umsichtig vorbereitet» gegen das neue Grippevirus, sagte Schmidt. Die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie kritisierte allerdings die aus ihrer Sicht nicht ausreichenden Vorräte an antiviralen Medikamenten.
In Neuseeland sind am Mittwoch drei weitere Fälle von Schweinegrippe nachgewiesen worden. Die Zahl der Infizierten stieg damit auf 14. Bei 36 Menschen wird der Verdacht auf Schweinegrippe noch untersucht. Sie wurden vorsorglich unter Quarantäne gestellt und mit Grippe-Medikamenten versorgt. Die Behörden bekamen per Regierungserlass Sondervollmachten, mit denen sie unter anderem Menschen gegen ihren Willen in Quarantäne nehmen können.
In Spanien sind zwei weitere Fälle von Schweinegrippe aufgetreten. Damit habe sich bei insgesamt vier Patienten der Verdacht auf eine Infektion mit dem mutierten Schweinegrippevirus bestätigt, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid mit
Derweil scheint sich die Zahl der vermutlich von der Schweinegrippe verursachten Todesfälle in Mexiko zu stabilisieren. Es gebe nur sieben weitere Verdachtsfälle, erklärte Gesundheitsminister José Cordova. Auch die Zahl der Neuinfektionen sei in den vergangenen Tagen zurückgegangen.
Bestätigt sind in dem am schwersten von der Epidemie betroffenen Land bislang 26 Schweinegrippe-Infektionen, darunter sieben Todesfälle. Bislang hatten die Behörden höhere Zahlen genannt.
Weltweit gibt es inzwischen zahlreiche bestätigte Erkrankungen. Als erstes Land stellte Kuba am Dienstag den Flugverkehr von und nach Mexiko für 48 Stunden ein. Argentinien erklärte, bis Sonntag würden alle Flüge aus Mexiko ausgesetzt. Wegen der Schweinegrippe fordert Frankreich von der EU ein Stopp aller Flüge nach Mexiko. Die französische Tourismusbranche hat bereits alle Reisen nach Mexiko storniert.
iwe/jus