Kaliforniens Gouverneur Schwarzenegger hat wegen der Schweinegrippe den Notstand verhängt, Präsident Obama beantragte Milliarden zur Bekämpfung, an einer US-Schule könnten Hunderte erkrankt sein. Auch in Deutschland gibt es einen ernsten Verdachtsfall.
Der Schweinegrippe-Verdacht in Hamburg hat sich am Abend erhärtet. Nach Informationen der Financial Times Deutschland wurde bei einer jungen Frau im Universitätsklinikum Eppendorf eine Infektion mit einem Grippevirus vom Typ H1N1 nachgewiesen. Zu diesem Typ gehört außer der Schweinegrippe allerdings auch die aktuell zirkulierende gewöhnliche Grippe. Welche Variante die Patientin hat, soll nach UKE-Angaben am Mittwochmittag feststehen.
Die Patientin war am Wochenende aus Mexiko eingetroffen. «Sie passt in das Raster», der Verdacht auf Schweinegrippe sei «hochgradig», sagte Stephan Günther, Leiter der Virologie des Hamburger Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin, das die Proben untersucht, der Zeitung.
Nach UKE-Angaben war die Patientin über Düsseldorf nach Hamburg zurückgekehrt. Sie sei nach ihrer Ankunft im UKE sofort isoliert und eingehend untersucht worden. Eine abschließende Bestätigung der Verdachtsdiagnose steht noch aus, sagte die Sprecherin. Die zuständigen Behörden seien umgehend informiert worden. Die Frau sei sofort mit den entsprechenden Medikamenten behandelt worden. Es gehe ihr den Umständen entsprechend gut.
Bestätigte Erkrankungen gab es in Deutschland bis zum Abend nicht. Bei mindestens vier weiteren Verdachtsfällen - drei in Bayern, einem in Nordrhein-Westfalen - stehen die endgültigen Diagnosen noch aus.
In den USA befindet sich die Schweinegrippe auf dem Vormarsch: Die offizielle Zahl der Erkrankten in den USA erhöhte sich laut der US-Seuchenbehörde CDC am Dienstag auf 64. In New York gibt es nach Einschätzung der Behörden allerdings deutlich mehr Fälle von Schweinegrippe als bisher bekannt. Allein an der Schule in Queens, an der die Infektion erstmals ausbrach, seien Hunderte von Kindern krank gewesen, sagte Bürgermeister Michael Bloomberg. Auch viele Lehrer und Familienmitglieder hätten sich angesteckt, allerdings seien «alle Fälle mild verlaufen», so Gesundheitsreferent Thomas Frieden.
Kaliforniens Gouverneur Schwarzenegger verhängte wegen der Schweinegrippe den Notstand über den US-Bundesstaat. «Es gibt keinen Grund für einen Alarm, aber es gehört zu den wichtigsten Anliegen des Gouverneurs, das Ausbreiten der Grippe so schnell und effizient wie möglich einzudämmen», hieß es in einer Stellungnahme. In Kalifornien gab es zu diesem Zeitpunkt elf bekannte Fälle von Schweinegrippe. Laut Los Angeles Times gibt es bei zwei Todesfällen in Kalifornien den Verdacht, dass die beiden Personen an der Schweinegrippe erkrankt gewesen sein könnten. Die Ausrufung des Notstands ermöglicht, zusätzliche Gelder für die Bekämpfung der Krankheit bereitzustellen.
US-Präsident Obama beantragte am Dienstag beim US-Kongress zusätzliche 1,5 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro) für die Bekämpfung der Schweinegrippe in den USA. Das Geld soll vor allem benutzt werden, um die Produktion und Lagerung von Grippe-Impfstoff und anderen Medikamenten zu beschleunigen, so der Sprecher des Weißen Hauses, Robert Gibbs, in Washington. Er betonte, dass es nach Ansicht des Präsidenten derzeit noch keinen Grund zu gesteigerter Sorge gebe. Die Maßnahmen gehörten allerdings angesichts der Bedrohung durch die Krankheit zu umsichtiger Vorausplanung.
In ganz Europa gab es am Dienstagabend vier bestätigte Erkrankungen - zwei in Großbritannien und zwei in Spanien. Bei allen Patienten ist der Zustand jedoch nicht bedrohlich. Offenbar hat die Krankheit inzwischen aber auch Österreich erreicht. Gesundheitsminister Alois Stöger sprach von fünf Verdachtsfällen, wobei es in einem Fall in Wien wahrscheinlich einen positiven Befund gebe. Endgültige Testergebnisse würden am Mittwoch erwartet.
In Kanada erhöhte sich die Zahl der bestätigten Infektionen auf acht. In Israel sind bislang zwei Infektionen bestätigt. Dabei handelt es sich um Schüler und Lehrer einer Reisegruppe, die am Wochenende aus Mexiko zurückgekehrt war. Außerdem gibt es dort 43 weitere Verdachtsfälle. In Neuseeland sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums mindestens elf Menschen an der Schweinegrippe erkrankt. Die Seuche erreichte damit den asiatisch-pazifischen Raum. Auch aus Südkorea wurde ein Verdachtsfall gemeldet.
Weltweit wurden die Sicherheitsmaßnahmen erhöht. Russland, Hongkong und Taiwan erklärten, Durchreisende mit Grippesymptomen würden sofort in Quarantäne eingewiesen. Als erstes Land stellte Kuba den Flugverkehr von und nach Mexiko vorübergehend ein. Die Maßnahme gilt nach Angaben der Regierung vom Dienstag zunächst für 48 Stunden.
tno
USA- 6552 Fälle ,Mexiko 4174,Deutschland 17 , na entscheide ,ich würde es verschieben .
jetzt antwortenKommentar meldenIch wollte in den sommerferien eine sprachreise nach los Angeles machen und jetzt weiß ich einfach nicht, ob ich es machen soll oder lieber nicht...
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