Schweinegrippe fliegt um den Globus
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In Deutschland gibt es drei ungeklärte Verdachtsfälle auf Schweinegrippe. Derweil ist das Virus mit Sicherheit von Mexiko aus per Flugzeug in zwei weiteren Ländern eingetroffen: Zehn Studenten aus Neuseeland und ein Mann aus Israel sind daran erkrankt.
Der Erreger war zuvor bereits in die USA sowie nach Kanada, Spanien und Schottland gelangt. Bei den deutschen Verdachtsfällen handelt es sich unter anderem um ein aus Mexiko zurückgekehrtes Ehepaar, sagte Gesundheitsstaatssekretär Klaus Theo Schröder in Berlin. Außerdem sei bei einem weiteren Mann ein Grippevirus festgestellt worden. Ob es sich um den Schweinegrippen-Erreger handelt, sei noch nicht klar. Schröder betonte aber, es gebe derzeit keine konkrete Bedrohung der Bevölkerung in Deutschland.
Nach Angaben des Präsidenten des Robert Koch-Instituts, Jörg Hacker, sind die drei Patienten teils im Krankenhaus, teils zu Hause in Süddeutschland isoliert worden. Zwei der Betroffenen gehe es «recht gut». Derzeit würden Schnelltests ausgewertet. Ob es sich um Schweinegrippe handele, solle am Abend oder spätestens an diesem Mittwoch feststehen. Grundsätzlich sei mit Schweinegrippe-Fällen in Deutschland zu rechnen. Theo Schröder erläuterte, dass sich im Schnitt 9000 deutsche Touristen in Mexiko aufhielten.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verschärfte in der Nacht wegen des erheblich erhöhten Risikos für eine weltweite Ausbreitung der Krankheit ihre Alarmstufe. Von sofort an gelte Alarmstufe 4 statt bisher Alarmstufe 3, sagte der amtierende WHO-Generaldirektor für Gesundheitssicherheit und Umwelt, Keiji Fukuda, in Genf nach einer Sondersitzung einer Expertengruppe. Alarmstufe 4 heißt, dass ein neues Grippevirus von Tieren auch Menschen infizieren kann und von Mensch zu Mensch übertragen wird. Bei der höchsten Stufe 6 wird von einer weltweiten Ausbreitung des Virus ausgegangen, also von einer Pandemie.
Die WHO empfiehlt derzeit keine Reisebeschränkungen oder gar das Schließen von Grenzen, erklärte die Organisation auf ihrer Website. Wenn möglich, sollten aber Reisen in gefährdete Gebiete vermieden werden. Es gehe grundsätzlich keine Gefahr vom Genuss gekochten Schweinefleisches und Produkten aus Schweinefleisch aus. Auch das Auswärtige Amt hatte seine Reiseempfehlungen für Mexiko im Internet verschärft: «Von nicht unbedingt erforderlichen Reisen nach Mexiko wird derzeit abgeraten.»
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation gibt es in Mexiko 26 bestätigte Fälle, davon sieben Tote. Der Mexikanische Gesundheitsminister José Ángel Córdova hatte zuvor von 152 Grippetoten gesprochen, bei 20 Toten sei das Schweinegrippevirus bestätigt. 776 Grippepatienten werden derzeit stationär in Krankenhäusern behandelt, sagte Córdova am späten Montagabend (Ortszeit) dem Fernsehsender Televisa. Zuvor hatte der Gesundheitsminister erklärt, die Zahl der gemeldeten Fälle und der Grippetoten sei in den vergangenen Tagen langsamer angestiegen. Im ganzen Land sollen die Schulen, Kindergärten und Universitäten aber bis zum 6. Mai geschlossen bleiben.
Einen Schrecken verbreitete die Explosion eines Behälters mit Schweinegrippeviren in einem Schweizer Zug am Montagabend. Es bestand nach Angaben der Behörden aber keine Ansteckungsgefahr, wie es am Morgen hieß. Die Viren des Subtyps H1N1 waren für das Nationale Grippezentrum in Genf bestimmt. Es handle sich nicht um den mutierten, für Menschen gefährlichen Stamm des Subtyps H1N1 aus Mexiko. Die klassische Schweinegrippe ist relativ harmlos. Untersuchungen in den USA haben gezeigt, dass dort 30 bis 50 Prozent aller Tiere von kommerziellen Schweinefarmen eine Infektion durchgemacht haben.
Bei der Explosion des mit Trockeneis gefüllten Behälters wurden zwei Menschen leicht verletzt, bestätigte die Kantonspolizei Waadt. Ein Genfer Angestellter hatte am Montagabend in Zürich unter anderem fünf Fläschchen mit Schweinegrippeviren abgeholt, um sie per Zug nach Genf zu bringen. Allerdings war das Trockeneis in dem Transportbehälter irrtümlicherweise falsch platziert worden. Es taute auf, in der Verpackung entstand ein Überdruck. Schließlich explodierte das Paket kurz vor dem Bahnhof Freiburg (Fribourg) in der Schweiz. Nach Angaben der Behörden sind Virentransporte in Spezialbehältern mit der Bahn oder sogar mit der Post normal, wenn sie ungefährlich sind.
Der Reisekonzern Tui hatte seit Montag rund 800 Anfragen, die sich wegen eines geplanten oder gebuchten Mexiko-Urlaubs bei dem Reiseveranstalter erkundigt haben. Rund 90 Prozent sei es aber nur um Informationen gegangen, lediglich etwa zehn Prozent hätten umgebucht oder storniert. Knapp 1000 Deutsche verbringen als Tui-Kunden ihren Urlaub derzeit in Mexiko, fast alle jedoch weit weg von Mexiko-City auf der Halbinsel Yucatan an der Playa del Carmen. Bisher gebe es von dort auch noch keine Wünsche, früher nach Hause zu fliegen.
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Leserkommentare (1)
ich finde das mit der schweinegrippe irgentwie doof weil soviele leute schon gestorben sind und wir haben dafür medikamente und die anderen länder haben keine medekamente
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