Wer aus Ländern mit bestätigten Fällen von Schweinegrippe in die USA einreisen will, soll ab sofort zu seinem Gesundheitszustand befragt werden. Außerdem können weitere Tests angeordnet werden. Damit will die Regierung das Virus eindämmen.
Der Ausbruch der Schweinegrippe in Nordamerika mit mehr als 80 Toten hat Staaten weltweit in Alarmbereitschaft versetzt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sprach von einem Gesundheitsnotfall internationalen Ausmaßes. In den USA gab es bis zum Sonntag 20 bestätigte Krankheitsfälle, davon acht Schüler eines Privatgymnasiums in New York. Keiner der US-Patienten ist bisher an dem Virus gestorben.
Zahlreiche Länder haben unterdessen Vorbereitungen getroffen, um ein Einschleppen des Virus zu verhindern. Die Regierung der USA hat mittlerweile Gesundheitskontrollen für Einreisende angekündigt. Alle, die aus Ländern mit bestätigten Fällen von Schweinegrippe in die USA kommen, sollen bei der Einreise über ihren Gesundheitszustand befragt werden. In Zweifelsfällen können auch weitere Tests angeordnet werden.
Die US-Regierung hatte wegen der Schweinegrippe kurz zuvor den öffentlichen Gesundheits-Alarmzustand ausgerufen. Das US-Zentrum für Seuchenkontrolle teilte unterdessen mit, inzwischen seien 20 Fälle in insgesamt fünf US-Staaten bestätigt worden, zuletzt in Ohio. Es seien weitere schwere Fälle zu erwarten.
In Zentralmexiko ist die Zahl der Grippetoten auf 86 gestiegen, bei 20 dieser Todesfälle ist der mutierte Schweinegrippeerreger vom Typ H1N1 bereits nachgewiesen worden. Bei über 1300 Grippekranken wird noch untersucht, ob ein Zusammenhang zu der Schweinegrippe besteht.
Präsident Felipe Calderón stattete die Gesundheitsbehörden mit Sondervollmachten aus, um die Epidemie einzudämmen. Die Behörden sollen unter anderem das Recht haben, Wohnungen zu betreten, um Grippekranke aufzuspüren, sie zu isolieren und zu behandeln. Auf allen Flughäfen und Busbahnhöfen waren medizinische Teams, auch in Begleitung von Soldaten und Polizisten im Einsatz, um Grippekranke aufzuspüren.
In Mexikos Hauptstadt-Region sind seit Freitag alle Schulen geschlossen, Großveranstaltungen sind verboten. Fußballspiele werden ohne Publikum ausgetragen. Und auch die Katholische Kirche hat die Pforten ihrer Kirchen für Sonntagsmessen schließen müssen. Die Regelungen gelten zunächst bis zum nächsten Wochenende.
In Spanien gab es zunächst drei und in Frankreich vier Verdachtsfälle. Die Patienten waren mit leichten Grippesymptomen aus Mexiko gekommen, der Erreger wurde bei ihnen aber noch nicht exakt bestimmt. In Neuseeland wurden zehn Schüler nach der Rückkehr aus Mexiko zu Hause unter Quarantäne gestellt. Die Schüler im Alter von 15 bis 18 Jahren hatten über grippeähnliche Symptome geklagt und warten nun ebenfalls auf Testergebnisse.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigte sich besorgt, sah sich aber gut gerüstet. Die Welt sei diesmal auf eine Grippewelle weitaus besser vorbereitet als früher. Dazu hätten die Erfahrungen mit der Vogelgrippe in den vergangenen Jahren beigetragen, erklärte der amtierende WHO-Generaldirektor für Gesundheitssicherheit und Umwelt, Keiji Fukuda. Allerdings fehle es derzeit noch an genauen Informationen, wie die Entwicklung der Schweinegrippe in Mexiko und den USA verlaufe. Deswegen werde man bis Dienstag warten, bis eine weitere WHO-Expertengruppe in Genf die Lage analysiert habe und gegebenenfalls Maßnahmen wie Reise- oder Handelsbeschränkungen vorschreibt.
In Deutschland sprach das Auswärtige Amt zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Reisewarnung für Mexiko aus. Es wies jedoch auf seinen Internetseiten auf den Ausbruch hin und empfiehlt Reisenden, «die Medienberichterstattung aufmerksam zu verfolgen». Das Robert Koch-Institut erörterte mit den Bundesländern Empfehlungen für deutsche Flughäfen. Ein Sprecher des Münchner Flughafens sagte dem Radiosender Antenne Bayern, man bereite sich auf Verdachtsfälle vor. Es gebe einen mit den Gesundheitsbehörden abgestimmten Alarmplan.
In Halle forderte der Seuchenexperte Alexander Kekulé Vorsichtsmaßnahmen gegen die internationale Ausbreitung der Schweinegrippe. «Wir müssen zumindest die Menschen warnen, die derzeit aus Mexiko einreisen», schrieb der Virologe der Universität Halle. Wichtig sei, sie mit einem Informationsblatt über mögliche Symptome zu informieren.
«Die Gesundheitsbehörden sind vorbereitet, falls in Deutschland Verdachtsfälle auftreten sollten», betonte das Bundesgesundheitsministerium. Sie stünden in Verbindung mit internationalen Gesundheitsbehörden und beobachten die Lage in Mexiko und den USA genau. Die Gesundheitsämter und Flughäfen erhielten ebenfalls Informationen und Empfehlungen.
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Ich habe eine Reise nach Kalifornien gebucht,jetzt bin Ich verunsichert, ob man die Reise antreten solte? Bitte um einen Ratschlag.
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