Trotz seiner Lateinamerika-Reise ist US-Präsident Obama nicht mit der Grippe in Kontakt gekommen, die derzeit in Mexiko grassiert. Doch er ist besorgt, dass die Epidemie sich auf das US-Territorium ausweiten könnte. Inzwischen gibt es in Mexiko schon 68 Tote.
Obamas Sprecher Robert Gibbs sagte, das Heimatschutzministerium beobachte gemeinsam mit dem Außenministerium und dem Zentrum für Seuchenkontrolle und Prävention die Situation. Obama sei während seiner Reise nach Mexiko in der vergangenen Woche aber nicht in Gefahr gewesen.
Mexiko ist von einer Grippeepidemie erfasst worden, die möglicherweise bereits fast 70 Todesopfer gefordert haben könnte. Nach Angaben der Behörden des nordamerikanischen Landes werden inzwischen rund 1000 Menschen in Krankenhäusern behandelt. Die meisten Fälle traten in Mexiko-Stadt und im Staate Mexiko auf, der die Hauptstadt umschließt. Alle Schulen und Universitäten wurden auf unbestimmte Zeit geschlossen. Die Regierungen in Nicaragua und Kolumbien kündigte am Freitagabend an, Maßnahmen zu ergreifen, um die Ausbreitung der Grippe in ihre Länder zu verhindern.
Bei dem Virus, der vom Schwein übertragen wird, handelt es sich um eine unbekannte Mutation des H1N1-Virus. Bei 20 Todesfällen wurde dieser Virus nachgewiesen, der in den 1970er Jahren zum ersten Mal auftauchte. Bei den übrigen Todesfällen ist nach Angaben des mexikanischen Gesundheitsministeriums noch kein Zusammenhang mit diesem Virus nachgewiesen. Gesundheitsminister José Ángel Córdova Villalobos sagte, es handele sich um eine «kontrollierte Epidemie».
Präsident Felipe Calderón rief die Gesundheitsbehörden aller 33 Bundesstaaten zu einer Krisensitzung in die Hauptstadt. Viele Veranstaltungen, vor allem solche mit Kindern, wurden abgesagt. Auch die Fußballclubs sagten Spiele des Wochenendes ab. Die Menschen wurden aufgefordert, Mundschutz zu tragen und möglichst nicht in Restaurants, Bars und Kinos zu gehen.
US-Wissenschaftler erklärten, einige der Toten in Mexiko seien dem selben neuen Stamm von Schweinegrippe-Erregern zum Opfer gefallen, an dem auch in Texas und Kalifornien acht Menschen erkrankt sind. Die Weltgesundheitsorganisation befürchtet den Beginn einer weltweiten Epidemie. In dem neuen Erregerstamm vermischt sich genetisches Material von Schweinen, Vögeln und Menschen.
seh/hav