Fr., 25.05.12

Ausbildungsmarkt 21.04.2009 «Die Lehrstellen sind im Westen, nicht im Osten»

Lehrling (Foto)
Der Nachschub auf dem Arbeitsmarkt nimmt ab. Es gibt immer weniger junge Leute, die eine Ausbildung antreten. Bild: ddp

Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann

Etwa 610.800 junge Leute haben im vergangenen Jahr ihre Berufsausbildung angetreten. Das sind rund 13.000 weniger als im Jahr 2007. Ihre Ursprünge hat die negative Entwicklung im Osten Deutschlands.

In Sachen Ausbildung ist Deutschland zweigeteilt. Allein im Osten ging die Zahl der unterzeichneten Ausbildungsverträge im vergangenen Jahr um 13.600 zurück. In den übrigen Ländern wurden hingegen 500 Lehrlinge mehr eingestellt als im Jahr 2007. Allein in Industrie und Handwerk ging die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge um mehr als 9000 Lehrlinge zurück.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr mehr als 1,6 Millionen junge Leute ausgebildet, eigentlich ein Plus von 16.800. Doch auch hier zeigt sich das deutliche Gefälle zwischen Ost und West: In den neuen Bundesländern waren es 14.100 Jugendliche weniger, die ihre Berufsreife per dualem Weg anstrebten. Im Westen dagegen stiegt der Anteil um 30.900 Lehrlinge.

Der Osten sei nicht nur kleiner als der Westen. Hier gebe es auch weniger Unternehmen, die Ausbildungsplätze anböten, begründet Ilona Mirtschin von der Bundesagentur für Arbeit die Lage. «In der Diskussion der Wirtschaftsverbände wurde im vergangenen Jahr zudem deutlich, dass die Firmen im Osten offenbar ein Problem haben, ausbildungsreife junge Leute für freie Lehrstellen zu finden. Potenziellen Lehrlingen mangele es häufig an Grundkenntnisse wie dem Lesen, Schreiben und Rechnen.»

Das dürfe jedoch kein Vorwand sein, Lehrstellen nicht zu besetzen. «Natürlich haben die Schulen Nachholbedarf», sagt Andreas Pieper vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). «Doch es ist nicht nur deren Aufgabe, sondern auch die der Wirtschaft, Jugendliche fit für den Beruf zu machen. Notfalls auch mit Nachqualifizierungen.» Betriebe müssten sich darauf einstellen, dass die nunmehr vorhandene Klientel nicht mehr zwangsläufig die Erwartungen erfülle und das Angebot an jungen Arbeitnehmern sinke.

«Auch unter diesen Bedingungen muss in Ausbildung investiert werden. Diese einzustellen, würde bedeuten, den Ast abzusägen, auf dem die Unternehmen sitzen», stellt der BIBB-Sprecher klar. «Aber es ist eine bleibende Tatsache, dass es Lehrstellen vor allem im Westen und nicht im Osten gibt.»

Lesen Sie auf Seite 2, was die Ausbildungsentwicklung noch beeinflusst

Doch nicht allein die Qualifikation sei ausschlaggebend für das Ost-West-Gefälle. Allein in Ostdeutschland werde die Zahl der Schulentlassenen aufgrund demografischer Entwicklungen bis zum Jahr 2020 auf etwa 120.000 sinken. «Selbst wenn die Bewerberzahlen dadurch zurückgehen, gibt es längst nicht genügend Ausbildungsplätze», betont Pieper. Die, die nichts abbekommen, gingen in die außerbetriebliche Ausbildung. Doch auch hier genüge das Angebot nicht, weil die Bundesregierung aufgrund der Bevölkerungsentwicklung das Angebot reduziert habe.

Darüber hinaus spielen andere Faktoren bei der Entwicklung der dualen Ausbildung eine Rolle. «Nicht jeder, der zunächst in die duale Berufsausbildung starten will, tut dies letztlich auch», erklärt Ilona Mirtschin. Mancher entscheide sich statt für die Lehre schließlich doch für einen weitergehenden Schulbesuch. Andere treten den Wehr- oder Zivildienst an. Der nächste, der vielleicht keine Ausbildungsstelle in seinem Traumberufe bekommen habe, nehme an einem sozialen oder ökologischen Jahr teil.

In den kommenden Jahren bleibe das Gefälle zwischen mehr Ausbildung im Westen und weniger im Osten aber nicht derart erhalten. «Auch in Westdeutschland wird die Zahl der Schulentlassenen sinken», verweist Pieper auf die BIBB-Prognosen. Hinzu komme die Finanzkrise, aufgrund derer zusätzlich Ausbildungsplätze wegfallen. «Der Ausbildungsmarkt folgt in solchen Situationen immer dem Arbeitsmarkt, wenn auch zeitlich verzögert», gibt der BIBB-Sprecher zu bedenken.

kat
Leserkommentare (1) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Kommentar 1
  • 02.05.2009 20:23
 

Wenn man bei aufbau Ost,der Westen den Osten kaputt macht,obwohl man Jahrelang von Osten gelebt hat. Für die Wessis war es doch ein schönes Leben, aber dann kam der Aufbau Ost.Arbeitslosigkeit,hungerte Menschen, aber vorher mussten die Betriebe zerstört werden,die den Westen ernährt haben, die hatten früher die große Fresse und jetzt auch noch,wie hat man im Osten gesagt,von Westen kommt nichts gutes,also hatten wir Recht, erst alles kaputt machen und jetzt alles an die Ausländer verscheuern. Erst soll man spenden und sollen wir für Ausländer arbeiten, nur weil die Geldgeilen Politiker nichts in die Reihe beommen haben und werden.

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