Mo., 13.02.12

Karrieretipp Die Stimme sagt mehr als tausend Worte

Artikel vom 17.04.2009

Wer beim Reden klingt wie ein monoton rollender Güterzug oder quietscht wie eine Maus, der muss für seinen Karriere doppelt schuften. Wer im Bewerbungsgespräch bewusst oder in einer Präsentation auf seine Stimme achtet, kann viel erreichen.

Er freue sich auf das Vorstellungsgespräch, sagt der Bewerber am Telefon. Doch seine Stimme klingt gelangweilt - und die Chancen auf den Job schwinden. «Der Stimmklang wirkt stärker als die Worte», sagt Kommunikationstrainer Frank Lorenz aus Leipzig. «Ein Mann mit einer kräftigen, wohltönenden Stimme hat es im Berufsleben einfacher als eine Frau mit Piepsstimme», sagt Susanne Rausch, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Karriereberatung in Berlin.

Eine angenehme, gut verständliche Stimme sei für Berufstätige sehr wichtig. Das deckt sich mit den Ergebnissen einer österreichischen Studie aus dem Jahr 2004, die von Stimme.at, einem Netzwerk für Stimmspezialisten im deutschsprachigen Raum, in Auftrag gegeben wurde.

Dabei sagten 80 Prozent der befragten Führungskräfte, dass die Stimme einen wesentlichen Eindruck hinterlasse. Ein professionelles Stimmtraining hatte jedoch nur ein Viertel der Befragten absolviert. «Da besteht auch in Deutschland reichlich Nachholbedarf», meint Karriereberater Lothar Wolf aus dem baden-württembergischen Heiningen.

Besonders wichtig ist die professionell eingesetzte Stimme am Telefon: «Innerhalb der ersten sieben Sekunden eines Telefonats wird sich ein Eindruck von dem Gesprächspartner gemacht», sagt die Phonetikerin Vivien Zuta aus Frankfurt am Main. Damit die Stimme angenehm klingt, sollten die Sprechwerkzeuge - Zunge, Lippen und Kiefer - vorher entspannt werden. Sinnvoll ist auch ein Lächeln während des Telefonats. Das sehe der Gesprächspartner zwar nicht, doch die Stimme höre sich freundlicher an.

Wichtig an der Stimme sind Stimmlage, Sprechmelodie, Geschwindigkeit, die Dauer von Pausen sowie die Lautstärke. «Beim Telefongespräch sollte man sich wie ein Mensch anhören», lautet der Rat des Kommunikationstrainers Lorenz. «Viele reden wie ein schlecht besprochener Anrufbeantworter.» Damit so etwas nicht passiert, sollte in der natürlichen Stimmlage gesprochen werden. Das ist die Stimmhöhe, die dem Körper am wenigsten Arbeit macht.

«Mit einem Stimmtraining können schnelle Erfolge erzielt werden. Man muss allerdings dran bleiben, sonst bleibt es ein Strohfeuer», sagt Wolf. Um eine Stimme zu trainieren, gibt es viele Möglichkeiten. Für eine deutliche Aussprache ist das wiederholte Sprechen von Sätzen mit vielen Vokalen sinnvoll. Als Übung für die Bauchatmung kann man sich mit einem Buch auf dem Bauch auf den Rücken legen.

Für mehr Lautstärke sorgen zum Beispiel die laut und mit Bauchatmung immer wieder ausgesprochenen Worte: «Hopp, hepp, hupp». Wer eine eher dünne Stimme hat, sollte auf richtiges Atmen sowie auf deutliche und akzentuierte Aussprache achten. Eine gute Berufsstimme ist laut der Phonetikerin Vivien Zuta sachlich und bestimmt, gleichzeitig aber auch persönlich und freundlich. Dazu gehört ein mittleres Gesprächstempo. Schnelles Sprechen vermittelt den Eindruck, dass der Gesprächspartner sich nicht wohl fühlt und schnell fertig werden möchte. Zu langsames Sprechen wirkt dagegen einschläfernd.

ham/kat
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