Von Tanalee Smith
Auf Krokodile zu schießen, ist in Australien seit 1971 verboten. Doch im Northern Territory werden die Reptilien immer mehr. Und hin und wieder fressen sie einen Menschen. Daher möchte das Umweltministerium der Region Jagdsafaris auf Krokodile erlauben.
Dabei könnten dann Touristen oder andere Trophäensammler gegen eine Gebühr eine bestimmte Zahl von Krokodilen töten. In jedem Fall wollen die Behörden im Northern Territory die Zahl der Krokodil-Eier, die eingesammelt werden dürfen, von derzeit 35.000 auf 50.000 im Jahr erhöhen.
Ob tatsächlich die kontrollierte Jagd auf die geschützten Tiere eröffnet wird, muss allerdings die australische Bundesregierung entscheiden. Die Bewohner der Region, in der die meisten der gefährlichen Salzwasserkrokodile Australiens leben, würden die Raubtiere gerne noch radikaler bekämpfen.
Im März wurde ein elfjähriges Mädchen beim Schwimmen von einem Krokodil getötet, im Februar verschwand ein Fünfjähriger an einem Flussufer. Später wurden Überreste des Kindes im Magen eines 4,30 Meter langen Krokodils entdeckt. Und erst vor wenigen Tagen verschwand ein Mensch in einem von Krokodilen bevölkerten Fluss.
Krokodile stehen in Australien seit 1971 unter Schutz. Allein im Northern Territory leben inzwischen schätzungsweise 80.000 der Tiere. Salzwasserkrokodile sind die größten Reptilien der Erde und werden bis zu sieben Meter lang.
Umweltministerin Alison Anderson sprach sich bei der Vorlage des Plans aber gegen eine Massentötung der Tiere aus. Die Tiere gehörten zum Leben in Nordaustralien dazu, und kein Plan werde Angriffe gegen Menschen unterbinden können. «Krokodile haben gestern getötet, sie töten heute und werden auch morgen töten», sagte sie.
Das Northern Territory ist kein eigenständiger Staat wie die sechs australischen Staaten, sondern steht weitgehend unter Aufsicht der Regierung. Gesetze dort können deshalb auch vom Parlament in Canberra geändert werden. Rund die Hälfte des Gebiets des Northern Territory wurde in den vergangenen 30 Jahren den Aborigines übergeben.
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