Von news.de-Redakteurin Anwen Roberts
Das erste Klon-Kamel der Welt ist gerade in Dubai zur Welt gekommen. Im Emirat am Golf sind Kamele wichtige Statussymbole, ihre Milch soll heilende Kräfte haben, und Rennkamele sind so wertvoll wie hierzulande Rassehengste. Auch Iran führt derzeit ein geklontes Tier der Öffentlichkeit vor: eine Ziege.
Injaz («Errungenschaft») ist erst eine Woche alt und schon ein Star im Wüstenstaat. Das kleine Kälbchen haben Forscher am Camel Reproduction Centre in Dubai aus Eizellen einer erwachsenen Dromedarstute gezeugt. Nach einer «unkomplizierten» Tragezeit von 378 Tagen sei das Tier bereits am 8. April geboren worden, gab das Kamel-Reproduktionszentrum am Dienstag bekannt.
Der 2005 geschlachteten Stute hatte man die Eierstöcke entfernt, den Eizellen DNA entnommen und in entkernte Eizellen der Leihmutter eingesetzt. Injaz ist der einzige Überlebende von sieben derart rekonstruierten Embryos. Die anderen Klone waren schon beim Versuch, sie der Leihmutter einzupflanzen, gestorben.
«Wir sind alle sehr aufgeregt über die Geburt», sagte Lulu Skidmore, wissenschaftliche Direktorin am Kamel-Reproduktionszentrum. Injaz sei das Resultat fünf Jahre langer Forschungsarbeit. Der jetzige Durchbruch im Kamel-Zuchtprogramm sei äußerst wichtig, um den wertvollen Genpool edler Renn- und Milchkamele auch in Zukunft zu erhalten.
Kamele sind in Dubai wichtige Handelsgüter und vor allem Statussymbole. Bei Kamel-Schönheitswettbewerben können sie ihren Besitzern Millionen Dollar einbringen. Auch Kamelrennen sind ein beliebter Zeitvertreib in den Golfstaaten, auch wenn auf Druck von Menschenrechtsorganisationen die traditionellen Kinder-Jockeys heute meist durch Roboter ersetzt werden.
Nach Angaben der britischen Tageszeitung Telegraph ist das Klonprojekt von Scheich Muhammad ibn Raschid al Maktum, Herrscher von Dubai, Premierminister der Vereinigten Arabischen Emirate und bekanntester Rennpferd-Züchter der Region, höchstpersönlich angestoßen worden.
Die Kamelzüchter hatten das Standard-Klonverfahren angewendet, wie es schon seit der Geburt des ersten Klonschafs Dolly 1996 zum Einsatz kommt. Doch für die beteiligten Wissenschaftler ist Injaz jetzt schon ein Symbol für die Errungenschaften der Forschung am Golf, wie die Tageszeitung The National aus Abu Dhabi schreibt. Gleich nach der Geburt wurde Injaz' DNA getestet, um zu beweisen, dass es sich tatsächlich um einen Klon der verstorbenen Stute und nicht etwa um einen Spross der Leihmutter handelt.
Doch gleich im Anschluss, nur wenige Tage nachdem Injaz der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, legen Reproduktionsmediziner aus Iran mit einer weiteren Klon-Meldung noch eins drauf: Wissenschaftler aus Isfahan haben nach eigenen Angaben erfolgreich eine Ziege geklont. Hana sei am Mittwoch in der iranischen Stadt zur Welt gekommen, erklärte Forschungsleiter Mohammed Hossein Nasr e Isfahani.
Zuvor hatte der Iran 2006 als erstes Land im Nahen Osten die Geburt eines Klonschafs bekanntgegeben. Wie in den Arabischen Emiraten, hat sich auch die iranische Regierung zum Ziel gesetzt, in den nächsten Jahren Vorreiter in Sachen Wissenschaft und Technik im Nahen Osten zu werden.