Pauschalreise kann kostenlos storniert werden
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Nach den jüngsten Unruhen in Thailand dürfen Pauschalurlauber nach Einschätzung von Experten Bangkok-Reisen nun kostenlos stornieren. Dabei dürfe man sich auf höhere Gewalt berufen. Noch habe die brisante Situation aber keine Auswirkungen auf den Tourismus, lassen Reiseveranstalter verlauten.
Pauschalreisenden stehe ein Kündigungsrecht zu, wenn eine Reise wegen unvorhersehbarer höherer Gewalt erheblich gefährdet wird, erklärt die Juristin Bettina Dittrich von der Verbraucherzentrale Sachsen. Dafür sei bereits ein verschärfter Sicherheitshinweis des Auswärtigen Amtes ein Indiz. Das Ministerium rät derzeit, von nicht notwendigen Reisen nach Bangkok abzusehen.
Allerdings hat das Auswärtige Amt keine Reisewarnung für Thailand insgesamt ausgegeben. Ein Anspruch auf kostenloses Stornieren bestehe daher nur für Städtetrips direkt nach Bangkok und Reisen in Teile der Nachbarprovinzen, in denen der Notstand von der thailändischen Regierung ausgerufen wurde, erläuterte Dittrich. «Wer also zum Beispiel in den Süden nach Phuket fliegt, für den gilt das nicht.» Reisen Urlauber ohne Umweg über Bangkok zu der Ferieninsel, seien sie von den Unruhen derzeit nicht betroffen.
Individualurlauber haben Dittrich zufolge aber schlechte Karten, wenn sie wegen der Auseinandersetzungen einen Bangkok-Flug kostenfrei umbuchen oder stornieren wollen. «Ein Sonderkündigungsrecht haben in solchen Fällen nur Pauschalreisende. Alle anderen sind auf die Kulanz der Fluggesellschaft angewiesen.» Ob der Ticketpreis beim Stornieren erstattet wird, müssten Individualurlauber in den jeweiligen Geschäftsbedingungen ihrer Airline prüfen. «Gerade bei Billigflügen ist das leider oft nicht der Fall», sagte Dittrich. Steuern und Gebühren bekämen Urlauber beim Stornieren aber in jedem Fall zurück.
Bisher haben sich die Unruhen aber offenbar noch nicht auf das Reisegeschäft ausgewirkt. Die Fluggesellschaften Lufthansa und Thai Airways fliegen weiterhin täglich von Frankfurt in die thailändische Hauptstadt. Auch der Reiseveranstalter Thomas Cook schränkt sein Angebot nicht ein. Bisher stornierten die Kunden ihre Reisen nach Thailand nicht, sagten Sprecher der drei Unternehmen.
«Stornierungen gibt es derzeit nicht. Und ob die Buchungen einbrechen, merken wir erst in ein paar Wochen», sagte Amelie Lorenz, Sprecherin der Lufthansa AG. Sie glaube aber nicht an einen Buchungsrückgang. Schließlich gebe es Hinweise, dass sich die Lage beruhige.
Auch Nina Kreke, Sprecherin der Thomas Cook AG, sieht keinen Grund zur Sorge. «Unsere Kunden sind vor allem Strandurlauber. Für sie gibt es keine Auswirkungen. In den Strandregionen ist es ruhig. Sie steigen nur am Flughafen Bangkok um.» Sollten Kunden ihre Reise dennoch stornieren wollen, fänden sie sicher eine individuelle Lösung. Bisher sei dies aber nicht der Fall.
Vereinzelte Umbuchungen gab es lediglich bei Thai Airways. «Diese Kunden fliegen nun später nach Thailand als ursprünglich geplant. Das sind aber nur ganz wenige», sagte ein Sprecher der Airline.
mas/ruk
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