Fr., 25.05.12

Hirnforschung 09.04.2009 Gehirn bemerkt Tippfehler noch vor dem Vertippen

Pianisten-Vertipper (Foto)
Im Gehirn von Pianisten wird ein Fehler registriert, noch bevor er passiert. Bild: dpa

Von news.de-Redakteurin Anwen Roberts

Wenn wir uns vertippen, bemerkt das Gehirn den Fehler – sogar noch, bevor wir die falsche Taste drücken. Das haben Leipziger Forscher in Tests mit Pianisten entdeckt. Auch bei anderen Tippfehlern könnte die Vorwarnfunktion zum Einsatz kommen.

Forscher vom Max-Planck-Institut (MPI) für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig sowie Psychologen der britischen Universität Sussex haben durch Versuche mit Berufsmusikern herausgefunden, dass bei Pianisten, die sich am Klavier verspielen, der Fehler im Gehirn bereits registriert wird, lange bevor der falsche Ton erklingt.

Bis zu einer Zehntelsekunde vor dem Vertipper lässt sich am EEGDas Elektro-Enzephalogramm (griechisch: Gehirn-Mitschrift) ist eine grafische Darstellung der elektrischen Spannungsmuster im Gehirn. Während der Messung der Hirnströme müssen Elektroden an rund 10 Punkten am Schädel angebracht werden. schon ablesen, dass die Hand einen Fehler machen wird – für die Arbeitsgeschwindigkeit im menschlichen Gehirn in der Tat eine bemerkenswert lange Vorwarnzeit. Wahrscheinlich geschieht dies, so die Forscher im US-Fachjournal PLoS One, weil das Hirn schon früh Vorhersagen trifft, welches Ergebnis eine Handlung bewirken wird. Steht die Vorhersage im Widerspruch zum Handlungsziel, kann das Gehirn den Fehler entdecken, noch bevor er gemacht worden ist.

Nicht nur für Klavierspieler sind diese Studien interessant – bei anderen Bewegungsabläufen könnten die Fehlerkorrektur-Mechanismen im Gehirn ganz ähnlich ablaufen, sagt Clemens Maidhof, Doktorand am Leipziger MPI. «Wir gehen davon aus, dass diese Mechanismen beispielsweise auch beim SMS-Schreiben, beim Tippen auf der Tastatur oder beim Schwingen des Badminton-Schlägers zum Einsatz kommen», so Maidhof gegenüber news.de.

Der Grund: die vorauseilende Erfolgskontrolle im Gehirn ist universal. Bei allen erlernten Handlungen werden Vorhersagen oder Berechnungen darüber getroffen, welches Resultat der Handlung zu erwarten ist. «Bei schnellen Bewegungen ist dies besonders wichtig: ansonsten müssten wir immer abwarten, welchen Effekt wir erzielt haben, und dann erst überprüfen, ob alles richtig war», so der Leipziger Kognitionsforscher. Selbst beim Andante wäre die Vorwarnzeit des Gehirns aber niemals ganz ausreichend, um Fehlgriffe beim Klavierkonzert völlig auszuschließen.

mat
Leserkommentare (2) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • unwichtig
  • Kommentar 2
  • 21.11.2009 22:35
 Antwort auf Kommentar 1

in Wikipedia

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  • Kommentar 1
  • 03.05.2009 19:58
 

Wie viel Atome beinhaltet ein Gehirn-Molekül ? wie viel Moleküle beinhaltet eine Zelle? Wie viel Zellen beinhaltet ein menschliches Gehirn? Können Sie mir bitte mitteilen, wo ich diese Fragen beantwortet bekommen? Danke!

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