Deutschland will mehr Akademiker auf den Arbeitsmarkt schicken. Um das zu realisieren, sollen bis 2015 neue Studienplätze geschaffen werden. Das lassen sich Bund und Länder mehr als sieben Milliarden Euro kosten.
Der Hochschulpakt II geht nun offenbar doch in die Verlängerung. Nachdem sich Bund und Länder bis zuletzt nicht darauf einigen konnten, sollen zwischen den Jahren 2011 und 2015 nun doch mehr als 270.000 neue Studienplätze geschaffen werden. Das gab die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz bekannt. Margret Wintermantel, Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz, hält diesen Schritt angesichts eines aktuellen Rekordhochs bei Studienberechtigten von 45 Prozent in einem Altersjahrgang für dringend notwendig.
Die notwendigen finanziellen Mittel sollen dabei je zur Hälfte von Bund und Ländern bereitgestellt werden. Jeder Studienplatz wird Kosten von etwa 26.000 Euro verursachen. Darauf hatte Bundesbildungsministerin Annette Schavan bereits Ende März hingewiesen. Insgesamt geht es um etwas mehr als sieben Milliarden Euro.
Bundesländer, die mehr Studierende haben als Studienberechtigte in ihnen leben, sollen zusätzlich finanziell unterstützt werden. Dies hat auch die kurzfristig eingesetzte Ministerrunde bestätigt. Jene Länder, die trotz Geburtenrückgang ihre Studienkapazitäten nicht verringern, bekommen eine Pauschale von fünf Prozent aus dem Hochschulpakt. Diese wird seitens des Bundes um weitere fünf Prozent aufgestockt.
Derweil scheiterte die Forderung der SPD, westdeutsche Länder besser zu stellen, in denen viele Studenten aus anderen Regionen ihre akademischen Ausbildung bestreiten. Allerdings bliebt diese Entscheidung nicht kritiklos. Die rheinland-pfälzische Kultusministerin Doris Ahnen (SPD) forderte dazu auf, das Prinzip «Geld folgt Studierenden» nicht vom Tisch zu schieben.
Mit der Vereinbarung sind auch Programme wie die ExzellenzinitiativeDabei handelt es sich um die Förderung universitärer Spitzenforschung. und der Pakt für Forschung und InnovationZiel dieser Vereinbarung ist es, Forschungseinrichtung finanzielle Planungssicherheit zu geben. Im Gegenzug zur Finanzspritze sichern die Einrichtungen zu, unter anderem den Frauenanteil in Leitungspositionen zu erhöhen, Nachwuchsförderung zu betreiben und neue Forschungsbereiche zu erschließen. eng verknüpft. Insgesamt geht es bei allen drei Vorhaben um Investitionen von mehr als 16 Milliarden Euro. Beschlossen werden soll der Kompromiss zwischen Union und SPD im Rahmen einer Sondersitzung des Wissenschaftskonferenz am 22. April.
ham/ruk