«Gebärdensprache ist mehr als Bilder und Symbole»
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Von news.de-Redakteurin Mara Schneider
Artikel vom 31.03.20092001 wurde die Gebärdensprache in Deutschland gesetzlich anerkannt. Doch die Verständigung ist auch aufgrund zahlreicher Dialekte problematisch. Das erste Wörterbuch der Gebärdensprache soll einen wichtigen Beitrag zur Ausbildung Gehörloser leisten.
Mit der Gebärdensprache verhält es sich wie mit jeder anderen Sprache auch. Jedes Land hat eine andere, und in jedem Land gibt es zahlreiche Dialekte und Mundarten. Das macht die Kommunikation untereinander manchmal recht schwierig. Doch wo sich die meisten Menschen sprichwörtlich «mit Händen und Füßen» zu helfen wissen, sind Gehörlose in der Tat auf ihre Hände angewiesen, um sich zu verständigen.
Das geht solange gut, wie die Betroffenen aus der gleichen Region stammen. Trifft aber beispielsweise ein Bayer auf einen Sachsen, ist oft guter Rat teuer. Denn ohne Dolmetscher geht dann manchmal kaum noch etwas, so unterschiedlich können die Gebärden sein. «Teilweise sind schon die Wochentage von Stadt zu Stadt verschieden», erklärt Susanne Günther-Wick, Vorsitzende des Bundesverbandes der Gebärdensprachdolmetscher Deutschlands (BGSD).
Um dem Problem entgegenzuwirken, gibt es ab sofort Das große Wörterbuch der Deutschen Gebärdensprache. Darin sind erstmals verschiedene Varianten der deutschen Gebärdensprache zu einer hochdeutschen zusammenführt. «Wir wollen damit natürlich nicht die Dialekte abschaffen», sagt Günther-Wick. Vielmehr soll das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte digitale Wörterbuch mit seinen 18.000 Videos einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zur Standardisierung und Dokumentation der Deutschen Gebärdensprache darstellen, heißt es in einer Pressemitteilung des BMBF.
So werde es möglich, alle hörgeschädigten Kinder künftig in einer einheitlichen Gebärdensprache zu unterrichten. «Es ist eine Grundlage, eine Basis, wie es sie bisher noch nicht gegeben hat», befürwortet Günther-Wick das Lexikon. «Es ist eine wichtige Etappe auf dem Weg zu mehr Chancengerechtigkeit in Bildung und Ausbildung für möglichst alle Menschen», sagte auch der Parlamentarische Staatssekretär Andreas Storm bei der Vorstellung des neuen Wörterbuches in Berlin.
So deckt der Wortschatz des Lexikons die gesamte Spanne vom Kindergarten über Schule und Ausbildung bis in die Arbeitswelt ab. Dazu kommen Alltagsbegriffe sowie Wörter aus den Bereichen Verkehr, Arztbesuche, soziale Beratung und Kirche bis hin zu Handwerk, Naturwissenschaft, Technik und Kultur. Zwar sei das Werk, das ab sofort auf DVD erhältlich ist, mit fast 100 Euro «nicht unbedingt für Privatpersonen erschwinglich». Aber es diene auf jeden Fall dazu, die Gebärdensprache zu verbreiten, sagt Günther-Wick. Das erleichtere Gehörlosen auf Dauer die soziale Eingliederung, sind sich Experten sicher.
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