Fr., 25.05.12

Kölner Stadtarchiv 29.03.2009 Einsturz kostet Bürgermeister das Amt

DEU NRW Archiv Einsturz Schramma (Foto)
Wollte viel erreichen, doch daraus wird nichts mehr: Bürgermeister Fritz Schramma (CDU) zieht sich aus dem Amt zurück. Bild: ap

Eigentlich wollte er den Einsturz des Kölner Stadtarchivs aufklären, doch dann ging Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) einen Schritt zu weit: Er schnitt illegal vertrauliche Gespräche mit - und musste jetzt seinen Rückzug verkünden.

Zunächst hatte eine Sprecherin entsprechende Medienberichte als «Spekulation» zurückgewiesen. Doch jetzt ist klar: Schramma wird nicht mehr für eine neue Amtszeit als Kölner Oberbürgermeister kandidieren. Das teilte der 61-Jährige auf einer Pressekonferenz mit. Als Grund dafür nannte er, dass der Einsturz des Kölner Stadtarchivs zunehmend in den Wahlkampf hineingezogen werde. «Offensichtlich ist vielen der Wahlausgang wichtiger als das langfristige Wohl unserer Stadt», sagte er.

Schramma war wegen seines Krisenmanagements nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs am 3. März an einer U-Bahn-Baustelle in die Kritik geraten. Bei dem Unglück waren zwei Menschen ums Leben gekommen. Schramma war unter anderem ein «Schlingerkurs» in der Frage vorgeworfen worden, ob die U-Bahn nach dem Unglück noch weitergebaut werden sollte. Im Stadtrat hatten ihm SPD und Grüne Inkompetenz vorgeworfen. Hinzu kamen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen ihn. Der 61-Jährige soll interne und damit vertrauliche Sitzungen zum Archiv-Einsturz illegal mitgeschnitten haben.

jek/hav
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