«Erst ist alles grün, und plötzlich kommt die Farbe»
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Bei einem Projekt wie Amazonien gehen Kunst und Wissenschaft - in diesem Fall vor allem die Biologie - Hand in Hand. Während der Entstehung des Panoramas gab es aber auch Momente, in denen sich beide Betrachtungsweisen aneinander gerieben haben. Während Dietmar Sattler, Wissenschaftler und Chefkurator der Begleitausstellung, stets auf die Detailgenauigkeit bedacht war, blieb Asisi ganz der Künstler – und nahm sich als solcher die Freiheit, sich hin und wieder über wissenschaftliche Erkenntnisse hinwegzusetzen. So findet der aufmerksame Betrachter plötzlich australische Palmenfarne und rot leuchtende Ibisvögel auf der Leinwand, deren Dasein zwar nicht völlig aus der Luft gegriffen, aber eben in dieser Umgebung wissenschaftlich nicht ganz korrekt ist.
Diesen Anspruch haben sich die Macher des Projekts aber auch nicht gestellt. Vielmehr ging es Asisi und seinem Team darum, ein «Zauberbild der Natur» zu erschaffen. Eines, dass Emotionen hervorruft, die Schönheit und Komplexität des Ökosystems Regenwald widerspiegelt. «Ich will, dass sich die Menschen daran erinnern», sagt der Künstler.
Bewusst habe man auch darauf verzichtet, mit dem Panorama oder der dazugehörigen Ausstellung die Zerstörung des Regenwaldes zu thematisieren. Stattdessen verfolgt der Künstler eine andere Strategie. «Vielleicht verlieben sich die Menschen ja in den Regenwald, wenn sie das Panorama sehen», sagt Asisi. «Und dann haben sie vielleicht eher Angst, das, was sie lieben, zu verlieren.»
Am Samstag öffnet Amazonien seine Pforten für Besucher. Bisher hat das Projekt Asisi zufolge 1,5 Millionen Euro gekostet, finanziert aus privater Hand. Die Leinwand ist so lang wie ein Fußballfeld (100 Meter), so hoch wie ein mehrstöckiges Hochhaus (30 Meter) hoch und wiegt so viel wie eine typische deutsche Milchkuh (650 Kilogramm). Der tropische Regenwald wird darauf im originalgetreuen Maßstab von 1:1 abgebildet.
Künftig kann das Panorama jeweils dienstags bis freitags von 9 bis 19 Uhr und am Wochenende sowie an Feiertagen von 10 bis 20 Uhr im Leipziger Panometer besucht werden. Tickets kosten 6 und 9 Euro.
ruk
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