Je nach Tageszeit leuchtet der Regenwald in unterschiedlichen Farben.
«Erst ist alles grün, und plötzlich kommt die Farbe»
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Je nach Tageszeit leuchtet der Regenwald in unterschiedlichen Farben.
Von news.de-Redakteurin Mara Schneider
Wer die Schönheit des Regenwaldes aus nächster Nähe betrachten will, muss nicht erst nach Brasilien reisen. Das neue 360-Grad-Panorama von Yadegar Asisi, ein «Zauberbild der Natur», zeigt den Amazonas in seiner ganzen Vielfalt.
«Gott! Welche Pflanzenwelt, Vögel von wunderschönem Gefieder, Wälder von Eben- und Brasilienholz, Palmen! Schmetterlinge wie unsere Sperlinge groß!» Mit diesen Worten hat einst der deutsche Naturforscher Alexander von Humboldt (1769-1859) jenes Gebiet beschrieben, das heute als Amazonas bekannt ist. Diese Einzigartigkeit wollte der Wissenschaftler schon vor 150 Jahren auf einem möglichst großflächigen Gemälde für die Allgemeinheit zugänglich machen. Mit Amazonien, seinem neuen 360-Grad-Panorama, hat Yadegar Asisi den Wunsch Humboldts nach einem «Zauberbild der Natur» zum 150. Todestag des Naturforschers erfüllt.
Die Welt, die sich dem Betrachter künftig in einem ehemaligen Leipziger Gasometer eröffnet, setzt sich aus mehr als 25.000 Fotos zusammen, die Asisi während seiner eigenen Brasilienreisen geschossen hat. Bis ins kleinste Detail sind die Baumriesen ausgearbeitet, deren Wipfel auf der 30 Meter hohen Leinwand den Himmel zu berühren scheinen. «Wenn man in den Regenwald hinein geht, ist erst mal alles Grün. Dann kommt plötzlich die Farbe und man sieht unglaubliche Dinge», gibt Asisi die Eindrücke seiner ersten Reise wieder.
Ähnlich ergeht es einem auch, wenn man zum ersten Mal das Amazonien-Panorama betritt, das am Wochenende eröffnet wird. Das Meer aus grünen Oasen ist schier überwältigend. Wer aber seinen Blick auf die Details richtet, der sieht kunterbunte Papageien auf einem Baumstumpf, Affen, die zwischen den Bäumen hin und her springen, Eingeborene, die sich auf einer Hängematte den Tag versüßen. Untermalt wird die Szenerie von einer eigens für dieses Panorama komponierten Musik, einem Klangteppich aus originalen Urwaldtönen, die Asisi vor Ort aufgezeichnet hat, und synthetisch am Computer erzeugten Melodien.
Ergänzt wird das Panorama von einer multimedialen Ausstellung. Dort erfahren Besucher nicht nur allerlei Wissenswertes über den Amazonas und seine Bewohner. Mit verschiedenen Installationen lässt sich beispielsweise auch erahnen, wie es sein muss, vor einem 25 Meter hohen Baum zu stehen. Videos zeigen, wie Ameisen ihren Tag verbringen – dazu ist Asisi eigenen Angaben zufolge vier Ameisen jeweils eine Stunde lang durch den Urwald gefolgt. «Man baut dabei eine richtige Beziehung zu dem Tier auf», erklärt der Künstler.
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