Wollte der Amokläufer noch mehr Menschen töten?
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Offenbar hätte das Blutbad von Winnenden noch mehr Opfer fordern können. Tim K. habe noch eine weitere Schule aufsuchen wollen, berichtete Igor Wolf, den der Amokläufer als Geisel genommen hatte. 15 Tote seien nicht genug gewesen.
Die Geisel des Amokläufers von Winnenden hat offensichtlich ein noch größeres Blutbad verhindert. Während der knapp zweistündigen Irrfahrt habe ihn Tim K. gefragt: «Meinst du, wir finden noch eine andere Schule?», zitierte das Magazin Stern Igor Wolf. Geistesgegenwärtig habe Wolf das Thema gewechselt.
Wolf geriet am vergangenen Mittwoch vor der Psychiatrischen Landesklinik Winnenden in die Gewalt von Tim K., als er dort im Auto auf seine Frau wartete. Nur Minuten zuvor hatte der Amokläufer in der Albertville-Realschule neun Schüler und drei Lehrerinnen getötet.
Wolf erzählte, wie der 17-Jährige die rechte Hintertür seines Autos aufriss, auf den Rücksitz sprang und ihm die Pistole ins Gesicht hielt. «Fahr schnell», habe der Amokschütze gesagt und angefügt: «Ich habe schon 15 Menschen umgebracht in meiner alten Schule, und das war für heute noch nicht alles.» Im Laufe der Fahrt habe K. mit der Waffe in der rechten Hand auf ihn gezielt und mit der linken Hand mehrere Ersatzmagazine für die Pistole aufgefüllt. «Er bereitet sich auf die nächste Schießerei vor, das ging mir durch den Kopf», wurde Wolf zitiert.
Irgendwann habe K. ihm die Frage nach einer «anderen Schule» gestellt. Die Geisel ging darauf nicht weiter ein. «Ich habe ihn zur Ablenkung gefragt, wo willst du denn hin, wohin soll ich dich denn fahren?» Wolf versuchte den Jungen immer wieder zu beschwichtigen. «Warum machst du so einen Scheiß?», fragte er ihn. «Ganz laut hat er geantwortet: ‹Aus Spaß, weil es Spaß macht›.»
Den Opfern des Amoklaufes wurde heute um 10 Uhr nicht nur in Baden-Württemberg mit einer Schweigeminute gedacht. Hunderttausende Menschen in Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen wie Rathäusern, Schulen und Polizeirevieren hielten inne. In mehreren Städten blieben Busse und Straßenbahnen stehen. Hörfunksender unterbrachen ihr Programm. Im Landtag in Stuttgart erhoben sich die schwarz gekleideten Parlamentarier zum stillen Gedenken. Auch der Bundestag befasste sich am Nachmittag mit den Folgen des Massakers.
Bundespräsident Horst Köhler und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wollen nach der zentralen Trauerfeier an diesem Samstag die Angehörigen der Getöteten treffen. Es werde Zeit für direkte Gespräche geben, kündigte Staatssekretär Hubert Wicker (CDU) in Winnenden an. In mehreren Kirchen und Hallen im Südwesten soll die Trauerfeier auf Leinwänden übertragen werden.
Die Polizei bestätigte unterdessen einen Bericht der Stuttgarter Zeitung, wonach die Beamten in Winnenden vor einer Woche zunächst einen Unschuldigen festgenommen hatten: Der 18-Jährige war am Tag des Amoklaufs aus Neugier in die Nähe der Albertville-Realschule gekommen, wo er früher selbst Schüler war. Wegen seiner Kleidung schöpften die Ermittler Verdacht und hielten ihn für den Amokläufer. Nach einer ersten Befragung durchsuchten die Beamten sein Zimmer nach Waffen. Nachdem der echte Täter am Mittag in Wendlingen gestellt worden war, kam der 18-Jährige frei.
Als Reaktion auf den Amoklauf nimmt die Warenhauskette Galeria Kaufhof alle Computer- und Videospiele aus dem Verkauf, die erst ab 18 Jahren freigegeben sind. «Wir tun das, um in gesellschaftspolitischer Hinsicht ein Zeichen zu setzen», sagte eine Sprecherin des Unternehmens in Köln und bestätigte damit eine Meldung von Focus Online. Auch Filme ohne Jugendfreigabe würden künftig nicht mehr angeboten.
Der Kriminologe Christian Pfeiffer forderte Eltern auf, Computer, Fernseher und Spielkonsolen aus den Kinderzimmern zu verbannen. Denn Kinder, die schon früh und intensiv Gewaltspiele konsumierten, seien später deutlich gewalttätiger. Eine Mehrheit der Deutschen - 59 Prozent - ist dafür, dass der Besitz von Waffen und Munition in Privathaushalten verboten wird. Das ergab eine Forsa-Umfrage für das Magazin Stern und den Fernsehsender RTL.
Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) fordert einen 110-Button für Internet-Chatrooms. Dieser solle wie ein Notrufknopf im Fahrstuhl funktionieren, erklärte der BDK-Vorsitzende Klaus Jansen in Berlin. Wer im Internet auf die Ankündigung eines Amoklaufs stoße oder Hinweise auf eine andere Straftat entdecke, könne mit diesem Button eine Rettungsleitstelle alarmieren. Diese solle dann mit Psychologen, Pädagogen, Kriminalisten und Internet-Spezialisten besetzt sein.
mas/iwi
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in der tat, eine dümmliche nachricht (der agenturen scheinbar) sondersgleichen: "Geistesgegenwärtig habe Wolf das Thema gewechselt." die geschwätzige geisel ist also der retter? der amokläufer hat also genau gewusst, wieviele der angeschossenen tot waren? bei all dem blödsinn weiß niemand wirklich, was stimmt und das thema wird albern. galeria in vorauseilendem gehorsam ist auch albern und den pfeiffer sollte man nicht undifferenziert zitieren dürfen. meine güte.
jetzt antwortenKommentar meldenNein der Amokläufer wollte genau 15 Menschen umbringen und sich dann ergeben. Es ist ein Amokläufer!!! wenn ihm keiner stört (beim töten dann bringt er so viele um wie da sind oder ihm die Munition ausgeht!!!
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