In bewegenden Gottesdiensten haben mehr als 1500 Menschen der Opfer des Amoklaufs von Winnenden gedacht. Die Ermittlungspanne um eine vermeintliche Ankündigung des Amoklaufs im Internet sorgt unterdessen für politischen Wirbel.
«Wir haben gemerkt, wie hilf- und wehrlos wir alle sind», sagte Gemeindepfarrer Helmut Buchmann bei dem Gottesdienst in Wendlingen, wo der 17- jährige Tim K. zwei Menschen erschoss und dann Selbstmord beging. Dort und in Leutenbach, dem Heimatort des Amokläufers sowie mehrerer seiner Opfer, zündeten die Trauernden Kerzen an, um der insgesamt 16 Toten zu gedenken.
Unterdessen rätselt die Polizei nach einer schweren Ermittlungspanne jetzt wieder über das Motiv des Amokläufers. Denn anders als zunächst verkündet wurden auf dem beschlagnahmten PC des Todesschützen keine Belege für eine Ankündigung des Blutbads im Internet gefunden. War der Hinweis in einem Forum eine Fälschung? Diese ungelöste Frage belastet die Ermittlungen und sorgt für heftige Irritationen.
Baden-Württembergs Innenminister Heribert Rech (CDU) verwahrte sich gegen Kritik, er habe vorschnell die angebliche Ankündigung des Massakers bekanntgegeben. Nun überprüfen die Ermittler, ob Tim K. von einem anderen Computer den Hinweis abgesetzt hat. Der 17-Jährige hatte am Mittwochmorgen an seiner früheren Schule und auf der Flucht 15 Menschen und sich selbst erschossen.
Die Beamten vernahmen zwei jugendliche Zeugen aus Bayern und Nordrhein-Westfalen, die den Internet-Eintrag gesehen haben wollen. Die Betreiber des Forums beteuerten derweil auf ihrer Internetseite, es handele sich um eine Fälschung, und präsentierten ein Protokoll der fraglichen Einträge, in dem die vermeintliche Ankündigung tatsächlich erst Stunden nach dem Blutbad auftaucht.
Die Diskussion um das Waffenrecht in Deutschland ist nach dem Amoklauf neu entbrannt. Der Vorsitzende des Bundes deutscher Kriminalbeamten, Klaus Jansen, fordert, dass Sportschützen ihre Munition bei der Polizei abliefern sollten. In einem Gespräch mit den Lübecker Nachrichten sagte Jansen: «Eine Waffe ohne Munition taugt nicht viel.» Ihm sträubten sich die Haare, wenn er höre, dass 5000 Schuss Munition in einem Privathaushalt herumlägen.
Der SPD-Bundestagsabgeordnete Hermann Scheer sprach sich dafür aus, Privatpersonen die Aufbewahrung von Schusswaffen weitgehend zu verbieten. Waffen, die für Freizeit-, Sport-, und Brauchtumszwecke verwendet werden, sollen ausnahmslos nur noch in den Schützenvereinen aufbewahrt werden, forderte Scheer.
jan
Ist man beim Suchen nicht vielleicht auf eine falsche Spur geraten? Bei ähnliche Vorfällen in den USA und in Europa war häufig Ritalin im Spiel.
jetzt antwortenKommentar meldenEine typische Verhaltensweise der Inkompetenten und Heuchler: sie rätseln noch, suchen die "Schuld" (nur) beim Täter, der doch auch Opfer ist; dann macht man ihn nieder, stellt ihn als Psycho dar, der sich seinen Kick von Gewaltvids holte, als einen Waffennarren, Versager. Stereotype, wie schon in der Vergangenheit, so wie im Fall Enschede "ResistantX aka Bastian Bosse". - Auch BWs IM Heribert Rech (CDU)passt in das Heuchler-Schema: erst diffamieren, wenn etrtappt, dementieren (die angebliche Tat-Vorankündigung im Netz. Ihr inkompetenten Heuchler, ihr habt gar nichts begriffen, nichts gelernt.
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