Studieren ohne Abitur wird leichter
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Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann
Artikel vom 06.03.2009Berufstätigen kann künftig die allgemeine oder fachbezogene Hochschulreife eingeräumt werden. Das soll ihnen den Weg zum Studium erleichtern. Wer aber nicht Meister oder Fachwirt ist, muss dennoch einige Hürden nehmen.
Von dem in Stralsund gefassten Beschluss der Kultusministerkonferenz profitieren vor allem zwei Berufsgruppen. Wer glücklicher Inhaber einer beruflichen Aufstiegsfortbildung, als Meister oder Fachwirt ist, der erhält problemlos die allgemeine Hochschulzugangsberechtigung.
Studieren kann aber auch, wer über solche Fortbildungen nicht verfügt. Dafür gibt es die fachgebundene Hochschulzulassungsberechtigung. Um diese zu erreichen, brauchen Interessierte eine mindestens zweijährige Berufsausbildung, drei Jahre Berufserfahrung und müssen ein Studienfach wählen, das dem bisherigen beruflichen Werdegang entspricht. Diese drei Kriterien genügen aber nicht. Die per Beruf qualifizierten Studieninteressenten müssen, bevor sie sich unter das studentische Volk mischen können, auch noch ein Eignungsfeststellungsverfahren oder ein mindestens einjähriges Probestudium erfolgreich hinter sich bringen.
Allerdings lassen die Kultusminister hier den Ländern einigen Spielraum, den Kriterienkatalog weiter einzuschränken. Dabei können auch Einzelfallentscheidungen getroffen werden. Positiv ist aber, dass solche Anerkennungen nicht mehr nur für das eigene Bundesland gültig sind, sondern auch zum Studium in anderen Bundesländern berechtigen. Mühsame Wiederholungen oder neue Prüfungsverfahren entfallen damit. Das soll für zusätzliche Bildungsmobilität in Deutschland sorgen.
Die Minister erhoffen sich zudem, mit der Öffnung der Hochschulen die Zahl der Studienanfänger zu steigern und den Schwund von Fachkräften bremsen zu können. Noch lässt sich allerdings nicht abschätzen, wie stark das Angebot frequentiert wird. Bisher machen berufsqualifzierte akademische Neueinsteiger nur ein Prozent der deutschen Studentenschaft aus.
ruk
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