Mo., 13.02.12

Studienplatzvergabe Kompromiss im Zulassungstreit

Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann

Artikel vom 03.03.2009

Politische Gremien wollen mehr Druck auf die Hochschule ausüben, damit deren Autonomie nicht mehr zulasten von Studienanfängern geht. Veränderte Termine für Zulassungsbescheide sollen ebenfalls dazu beitragen, das Chaos um freie Studienplätze zu beenden.

Das neue dialogorientierte Vergabeverfahren von Studienplätzen soll umgesetzt werden. Darauf haben sich heute Bildungsministerin Annette Schavan, die Hochschulrektorenkonferenz sowie Vertreter der Kultusministerkonferenz (KMK) und Hochschulrektoren der Bundesländer geeinigt.

Außerdem einigten sich die Teilnehmer der Gesprächsrunde in Berlin darauf, dass alle Hochschulen die Zulassungsbescheide ab diesem Jahr jeweils Mitte August verschicken. Bewerbungsschluss soll einheitlich der 15. Juli sein. Alle freien Studienplätze werden ab Anfang September nach dem Vorbild der Vergabebörse in Baden-Württemberg in einer Internetbörse bekannt gegeben, sodass sich Interessierte unmittelbar an den Hochschule auf die freien Plätze bewerben können.

Wie das Bundesbildungsministerium mitteilte, sollen auf diese Weise die von den Hochschulen gewünschte Dezentralität und das unterstützende Verfahren der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) in Dortmund ineinander greifen. Voraussetzung ist, dass sich alle Hochschulen an diesem Kompromiss beteiligen.

Das wollen auch die Länder mit Nachdruck vertreten. In der Stellungnahme des Bildungsministeriums und aus Kreisen der Kultusministerkonferenz wurde verlautbart, dass die KMK darauf hinwirken werde, dass die Hochschulen sich an dem Verfahren flächendeckend beteiligen. Zu den bisherigen Testverfahren hatten zahlreiche der akademischen Bildungseinrichtungen ihre Beteiligung verweigert. Die Hochschulrektorenkonferenz, die bisher ein Verfahren ohne die ZVS angestrebt hatte, will sich laut Ministerium ebenfalls für die getroffene Vereinbarung einsetzen.

Passiert das nicht, drohen zum Wintersemester 2009/2010 weit schwierigere Verhältnisse, als das bisher der Fall war. Denn in einigen Bundesländern ist die Abiturzeit verkürzt worden, was dazu führt, dass sich zwei Jahrgänge gleichzeitig an den Hochschulen bewerben werden.

Neu sind die Pläne nicht. Schon seit vielen Monaten wird über entsprechende Regelungen diskutiert. Dass sich die beteiligten Streitparteien erst jetzt auf den Kompromiss geeinigt haben, darüber können sich viele Studienanwärter, die in den vergangenen Semestern bei ihren Bewerbungen leer ausgingen, nicht freuen.

Vor dem Treffen hatte es immer wieder Kritik gehagelt. Nicht zuletzt gegenüber Schavan, die aus Sicht der SPD eher als Gesprächsmoderatorin aufgetreten sei, statt den Hochschulen das Messer auf die Brust zu setzen. Die Vorsitzende des Bildungsausschusses im Bundestag, Ulla Burchardt (SPD), fordert ein Bundesgesetz, wenn sich die Hochschulrektorenkonferenz weiterhin gegen ein bundesweit organisiertes Nachrückerverfahren stellt. Rückendeckung gibt es dafür auch seitens der Linken. Deren bildungspolitische Sprecherin Nele Hirsch erklärte: «Ohne ein Bundesgesetz wird sich an überhöhten Numerus Clausus und Tausenden unbesetzten Studienplätzen nichts ändern.»

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Studienplatzvergabe: Kompromiss im Zulassungstreit » Gesellschaft » Nachrichten

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