Jeder fünfte Studienplatz unbesetzt
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Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann
Artikel vom 03.03.2009Seit Studienplätze – bis auf wenige Ausnahmen – nicht mehr zentral vergeben werden, bleiben jedes Jahr tausende Anwärter auf der Strecke. Sie gehen leer aus, weil den Hochschulen der Überblick fehlt.
Weil die Hochschulen über ihre Studenten selbst entscheiden wollten, sind die Aktivitäten der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätze in Dortmund stark zusammengestrichen worden. Doch die vermeintlich gute Idee geht zu Lasten interessierter Studienanfänger. Etwa jeder fünfte zulassungsbeschränkte Studienplatz in Deutschland bleibt frei, weil die Hochschulen nicht mehr durchblicken. Das zeigt eine Umfrage des Handelsblattes.
Demnach konnte beispielsweise die Goethe-Universität in Frankfurt am Main rund 19 Prozent ihrer Plätze nicht vergeben. Bei der Technischen Universität in Dresden seien 500 Plätze (18 Prozent) ungenutzt geblieben. Und auch an den Universitäten Duisburg-Essen und der Freien Universität Berlin konnten ein Fünftel weniger Männer und Frauen ein Studium beginnen als eigentlich möglich.
Wenige Ausnahmen seien etwa die Uni Karlsruhe und die Ludwig-Maximilians-Universität München, die - anders als die meisten Hochschulen - ihre Zulassungsbescheide deutlich früher verschicken und so mehr Zeit für Nachrückerverfahren haben.
Diese Erfolge könnten allerdings künftig konterkariert werden. Die Hochschulrektorenkonferenz hatte bereits Ende Januar überlegt, die Semesterzeiten vorzuverlegen. Grund: «Die Studierenden wollen im Ausland studieren können, ohne zwangsläufig ein Semester zu verlieren», hatte Margret Wintermantel, Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz, erklärt. Im Gegenzug würden so auch ausländische Studenten in Deutschland studieren können, ohne Zeit zu verlieren. Die Kultusministerkonferenz hat dagegen zunächst ihr Veto eingelegt. Vom Tisch ist das Vorhaben allerdings nicht.
Doch zunächst soll erst einmal das Zulassungchaos ausgeräumt werden. Dazu trifft sich Bildungsministerin Annette Schavan heute mit Rektoren der Hochschulen in Berlin.
jan
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