Fr., 25.05.12

UN-Bericht 02.03.2009 Den Fischereinationen drohen leere Netze

Fischer (Foto)
Philippinische Fischer im Sonnenuntergang. Auch ihre Fischgründe sind extrem ausgebeutet. Bild: dpa

Rund 80 Prozent der Fischbestände in den Weltmeeren sind überfischt oder bis an die Grenzen ausgebeutet. Tendenz steigend. Zugleich sind die Fischereinationen nur ungenügend auf die Folgen des Klimawandels für die Meerestiere vorbereitet.

Das geht aus dem neuen Fischereireport der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) hervor. «Überkapazitäten sind das Schlüsselproblem, also zu viele Boote bei hocheffektiven Fangtechnologien», heißt es in dem heute in Rom veröffentlichten Bericht zur Lage der Weltfischerei. Die Organisation ruft die Fischindustrien und die Staaten deshalb dringend auf, die freiwilligen Richtlinien für eine verantwortliche Fischerei von 1995 einzuhalten und auszubauen.

Einen besonderen Schwerpunkt legt der Bericht auf die Folgen der Erderwärmung. «Die Fischerei muss mit dem Klimawandel und seinen Folgen rechnen und sich mit neuen Strategien anpassen», so der Bericht.

Ernste Probleme seien für die stark vom Fischfang abhängigen Regionen zu befürchten, sobald deren lokale Fischgründe wegen des Klimawandels schrumpften oder sich verlagerten. Der Klimawandel habe bereits jetzt einen Einfluss auf die weltweite Verteilung der Meeres- und Süßwasserfische, warnt der FAO-Berichterstatter Kevern Cochrane. «Warmwasser-Arten wandern mehr zu den Polen, was ihren Lebensraum und ihre Produktivität verändert.»

Der Klimawandel wirke sich auch auf die saisonale Entwicklung der biologischen Prozesse im Wasser und damit auf die Fischbestände aus, «mit unvorhersehbaren Folgen für die Fischindustrie.» In zahlreichen Fischereizonen laufe der Fischfang derart auf Hochtouren, «dass man sich angesichts der klimatischen Auswirkungen auf das Ökosystem Ozean fragen muss, wie sie das in Zukunft werden aufrechterhalten können.»

Im nordwestlichen Atlantik, im westlichen Indischen Ozean und im Nordwesten des Pazifiks sei die Überfischung am dramatischsten, schreibt die FAO. Mit 143,6 Millionen Tonnen hatte die Weltfischerei im Jahr 2006 einen neuen Produktionsrekord aufgestellt, wovon etwa drei Viertel auf den Nahrungsmittelmarkt gelangten. Gezüchteter Fisch machte dabei inzwischen nahezu die Hälfte der Produktion (47 Prozent) aus. Mehr als 43 Millionen Menschen sind - überwiegend in Asien - voll oder teilweise in der Branche tätig, die nach FAO-Angaben weltweit mehr als zwei Millionen Schiffe einsetzt.

jan/ruk
Leserkommentare (1) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Antonietta
  • Kommentar 1
  • 25.11.2009 15:42
 

Viele Gewässer, insbesondere die Meere sind überfischt. Viele Arten sind wegen zu hoher Fangquoten und umweltzerstörender Fangtechniken nahezu ausgerottet. Aquafarmen sind keine Alternative, da sie im höchsten Maße umweltgefährdend und tierquälerisch sind. Weltweit werden so ca. 16 Mio. Tonnen Fisch gezüchet. Meist wird nur eine einzige Art in Monokultur mit umfangreicher Technik und Chemikalien auf engstem Raum herangezogen. Kraftfuttercocktails sollen die Fische schnellstmöglich verkaufsreif wachsen lassen. Die Stoffwechselprodukte der Fische verursachen eine explosionsartige Ausbreitung der Algen und eine ökologische Zerstörung des Gewässers.

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