Per Übergangslösung an die Uni
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Das Durcheinander bei der Studienplatzvergabe soll enden. Minister und Hochschulrektoren haben sich auf ein neues System geeinigt. Bis zum Start im nächsten Jahr soll eine Studienplatzbörse Studenten den Weg an die Uni ebnen.
Die Studienplatzbörse aus Baden-Württemberg soll bis zur Einrichtung eines neuen Bewerbungssystems an den deutschen Hochschulen bundesweit als Übergangslösung übernommen werden. Das teilte das baden-württembergische Wissenschaftsministerium in Stuttgart mit. Bei dieser Studentenbörse werden nach den Zulassungsentscheidungen der Hochschulen die noch freie Plätze zusammengefasst.
«Wir sind gerne bereit, unsere guten Erfahrungen mit der Studienplatzbörse bundesweit zu teilen», sagte Wissenschaftsminister Peter Frankenberg (CDU). Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) wird jetzt dazu aufrufen, dass sich möglichst viele Universitäten bereits im Herbst an dem Übergangsverfahren beteiligen.
Kultusminister, Hochschulrektoren und die Zentralbehörde ZVS hatten zuvor den langjährigen Streit über die Studienzulassung in Numerus-clausus-Fächern beigelegt und sich auf ein neues Verfahren verständigt. Es soll zum Wintersemester 2010/2011 einsatzbereit sein.
Zusammen mit Computerexperten des Fraunhofer-Instituts wurden die technischen Anforderungen für das endgültige Bewerbungssystem formuliert. Danach soll sich der Student wie bisher auch schon via Internet bei mehreren Wunschhochschulen oder für mehrere Fächer bewerben können. Die Hochschule entscheidet über seine Zulassung und bietet ihm einen Platz an. Nimmt er ihn an, wird er über den ZVS-Datenabgleich für andere Studienorte gesperrt. Bei dem neuen System soll der Bewerber auch seinen Rangplatz auf Wartelisten via Internet einsehen können.
Die bisherigen Doppelzulassungen führen seit Jahren dazu, dass nach HRK-Schätzungen bis zu 20 Prozent der Studienplätze ausgerechnet in den begehrten NC-Fächern unbesetzt bleiben. Für etwa jeden zweiten der gut 11.000 Studiengänge in Deutschland bestehen inzwischen örtliche Zulassungssperren. Die ZVS vergibt seit einigen Jahren nur noch die Plätze in den medizinischen Studiengängen.
Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hat für den 3. März eine größere Gruppe von Hochschulrektoren eingeladen, um einen Ausweg aus dem bisherigen Zulassungschaos zu finden. Die SPD-Fraktion fordert ein Bundesgesetz zur Hochschulzulassung, mit dem sichergestellt wird, dass sich alle Hochschulen an dem Datenabgleich beteiligen. Die Länder setzen hingegen weiter auf Freiwilligkeit. An dem bereits im vergangenen Jahr von der ZVS angebotenen Übergangsverfahren hatten nur vier Universitäten und acht Fachhochschulen teilgenommen.
che/ruk
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