Von news.de-Redakteur Björn Menzel
Was ist eigentlich eine gute Tat? Wo fängt sie an, wo hört sie auf? Darüber habe ich mir nun mehrere Tage lang Gedanken gemacht - und meinem Kollegen erst einmal eine Flasche Bier gekauft.
Ich bin kein Mensch, der gern verzichtet. Besonders dann, wenn ich es eigentlich nicht müsste. Warum sieben Wochen lang fasten, wenn ich das ganze Jahr gesund leben könnte? Und warum gerade in einer vorgeschriebenen Zeitspanne? Ich will also nicht fasten, mache den Quatsch nicht mit. Täglich habe ich die Wahl, etwas nicht zu tun. Und ich habe die Wahl, überhaupt etwas zu tun. Darum werde ich in den kommenden sieben Wochen jeden Tag bewusst eine gute Tat vollbringen - und zu einem Engel werden.
Wie würde eigentlich eine Welt aussehen, in der alle Menschen jeden Tag etwas Gutes tun? Vielleicht besser als jetzt, weil es viele gibt, die nur Schlechtes tun. Vielleicht auch schlechter als ohne, weil jeder unbewusst mehr als eine gute Tat vollbringt. Ich hoffe, dass ich dies in den kommenden Wochen herausbekomme. Denn was eine gute Tat ist, ist wohl Definitionssache. Ein Lächeln in der morgendlichen Straßenbahn, einem Raser die Vorfahrt gewähren, einer Oma die Tür aufhalten. Das sind Dinge, die ich mir bewusst für die kommenden Wochen vorgenommen habe.
Kann ich hier jemandem etwas Gutes tun? So lautete meine Frage zu Beginn der Aktion an meine Kollegen. Ich wollte mir einen leichten Start verschaffen. Antworten: Mein Fahrradschlauch müsste geflickt werden, Katzenklo reinigen, meine Küche könnte mal jemand aufbauen, ich hätte gern ein kühles Bier in der Redaktion. Ganz schön frech, dachte ich mir und ging in den Supermarkt.. Fazit: Bier ist angekommen und ich habe dafür ein freundliches «Guten Morgen» und« Danke» geerntet. Ich fühle mich gut.