Von news.de-Redakteurin Claudia Arthen
Fasten – das heißt für viele keine Süßigkeiten, kein Alkohol, Abschied von der Fluppe. Ich probiere es mal mit einer modernen Form des Verzichts: der automobilen Enthaltsamkeit.
Ich gebe es zu: Ich bin eine Energieverschwenderin, Umweltsünderin und Falschparkerin. Warum? Weil ich nahezu täglich mit dem Auto unterwegs bin. Ich fahre nicht nur sehr viel, sondern auch sehr gerne auf unseren Autobahnen, Land- und Bundesstraßen. Erstens, weil meine Freunde und meine Familie in ganz Deutschland verteilt sind. Zweitens, weil es für mich als Westdeutsche ein halbes Jahr nach meinem Umzug in den Osten immer noch viel zu entdecken gibt. Und drittens, weil es kaum etwas Entspannenderes und Spannenderes gibt als das Autofahren.
Dass ich, die «rasende Reporterin», nun sieben Wochen freiwillig auf meinen fahrbaren Untersatz verzichte, hat in meinem Bekanntenkreis die ganze Palette zwischen Skepsis und Bewunderung hervorgerufen. Skepsis, weil meine Liebe zu meinem Auto berühmt-berüchtigt ist - mein Auto hat sogar einen Namen. Bewunderung, weil ich nun sieben Wochen zu Fuß unterwegs sein werde.
Ja, Sie haben richtig gelesen: Öffentliche Verkehrsmittel wie Bus, Straßenbahn oder Zug stehen ebenfalls auf meiner Verbotsliste. Taxis darf ich auch nicht benutzen und schon gar nicht auf das sicher kommende Angebot der Kollegen eingehen, mich mit dem Auto nach Hause zu begleiten. Allenfalls das Radeln ist erlaubt. Mindestens zehn Kilometer täglich, bei Wind und Wetter.
Warum ich das mache? Weil das Auto meine Lebensgewohnheiten maßgeblich prägt und ich wissen möchte, ob ich Eingefahrenes lockern kann. Weil ich meine Geldbörse entlasten möchte. Und weil das Autofasten mein ganz persönlicher Beitrag zu Klimaschutz und Feinstaubreduzierung sein soll.
Was ich mir verspreche? Grüne Wiese statt grauer Asphalt, Spüren statt Hetzen, Zeit genießen statt nach einem Parkplatz zu suchen. Und natürlich: weniger Strafzettel an der Windschutzscheibe.