Klimawandel

Ein kalter Winter bedeutet nichts

2008 war das kühlste Jahr seit 2000. Macht die Erderwärmung eine Pause? Nein, sagen Experten. Der Klimawandel geht weiter. Und die Folgen sind möglicherweise noch schlimmer als bisher angenommen.

Höchste Lawinengefahr in den Alpen. Dächer, die unter den Schneemassen einzustürzen drohen: Der Winter hat die Bergregionen in den Alpen zurzeit fest im Griff. Und auch in nördlicheren Teilen Deutschlands machte sich die Klimaerwärmung in den vergangenen Wochen eher wenig bemerkbar. Ein Eindruck, der von Experten bestätigt wird: Das abgelaufene Jahr war das kühlste seit 2000.

Und trotzdem gibt es keinen Grund, den langfristigen Anstieg der Temperaturen anzuzweifeln. Denn auch wenn 2008 im Vergleich der letzten Jahre nicht allzu tropisch daher kam: Das Jahr war zugleich das neuntwärmste seit 1880, als die weltweiten Messungen begannen. Wie Klimaforscher der US-Weltraumbehörde Nasa in New York mitteilten, lagen die zehn wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen zwischen 1997 und 2008.

Dass die Klimaerwärmung weitergeht, meint auch der Meteorologe Friedrich-Wilhelm Gerstengarbe vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). «Ein Jahr sagt überhaupt nichts aus», sagt er im Gespräch mit news.de. Der Erwärmungstrend sei nicht kontinuierlich. Auch in den 1960er Jahren habe es ein Plateau gegeben, in dem die Temperaturen nicht weiter stiegen. Und außerdem sei das Klima im globalen Maßstab unterschiedlich. «Fragen Sie mal die Australier, die hatten massenweise Hitzewellen», sagt Gerstengarbe.

Im weltweiten Durchschnitt lag die Lufttemperatur im vorigen Jahr um 0,44 Grad Celsius über dem Mittelwert, den die Behörde für den Zeitraum zwischen 1951 und 1980 errechnete. Eine nähere Analyse zeigt jedoch deutliche regionale Unterschiede: Demnach war es in Eurasien, in der Arktis sowie in der Antarktis außergewöhnlich warm. Kalt war es dagegen in großen Teilen des Pazifikraums. Dafür machen die Forscher das Wetterphänomen La Niña verantwortlich, eine kalte Meeresströmung.

Für die kommenden Jahre rechnet die Nasa mit einer heftigen Wärmephase. Der Grund: Kurz nach La Niña folgt mit El Niño eine ungewöhnlich warme Meeresströmung im Pazifik. Dies werde wahrscheinlich in den kommenden ein bis zwei Jahren zu einem neuen globalen Temperaturrekord führen, vermutet Nasa-Mitarbeiter James Hansen.

Was das bedeutet, wird am PIK in Potsdam untersucht. Im Rahmen einer internationalen Forschergruppe haben Potsdamer Wissenschaftler gerade einen neuen Bericht zu den Folgen des Klimawandels veröffentlicht. Und die könnten noch deutlich dramatischer ausfallen als bisher angenommen.

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che/mas
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Leserkommentare (1)
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  • Kommentar: 1
  • 25.02.2009 16:43
von

Ach so, im Nein sind sich die Experten sicher, aber ansonsten heisst es nur noch möglicherweise und vermuten.... Lächerliche Experten, es gibt dafür keinerlei Grundlage, alles nur populistischer Quatsch!

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