Mit Früherkennung zum Schulerfolg
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Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann
Bei vielen Kindern ist die Begeisterung groß, wenn sie das erste Mal zur Schule gehen dürfen. Doch die Ernüchterung folgt oft auf dem Fuße. Denn der Übergang zwischen Kindergarten und Schule ist nicht so einfach.
Oft genug ist es zu spät, wenn Sprach- oder Konzentrationsstörungen erst in der Schule erkannt werden. Ein Tenor, dem sich in diesem Jahr auch die europäische Bildungsmesse Didacta 2009 in Hannover nicht verschloss.
Dass die Ausgangsbedingungen stimmen, soll die SchuleingangsuntersuchungDie zumeist von Medizinern des Gesundheitsamtes durchgeführte Untersuchung prüft auf Größe, Gewicht, eventuelle Haltungsschäden, Seh- und Hörvermögen sowie koordinatorische Leistung, räumliche Wahrnehmung und sprachliche Entwicklung. Bisweilen spielt auch das Sozialverhalten eine Rolle. Da es keine bundeseinheitliche Regelung gibt, können die Bestandteile der Untersuchung variieren. belegen, die neben dem gesundheitlichen Stand auch geistige und soziale Fähigkeiten prüft. «Kinder brauchen gewisse Kompetenzen, um sich Kulturtechniken wie Lesen, Schreiben und Rechnen aneignen zu können und in der Schule erfolgreich zu sein», sagte Professor Marcus Hasselhorn, Deutsches Insitut für Internationale Pädagogische Forschung Göttingen.
In vielen Bundesländern aber kommt die Untersuchung kurz vor Schuleintritt zu spät. Baden-Württemberg schwenkte deshalb um. Bis zu anderthalb Jahre vor der Einschulung werden die Steppkes nun in Augenschein genommen. Der Grund: «Schon im Kindergartenalter lässt sich feststellen, ob die nötigen Anlagen vorhanden sind, um schulisch erfolgreich zu sein, oder korrigiert werden muss», so der Fachmann.
Im Wesentlichen gehe es dabei um Sprache. Als Grundlage für das Lernen sei sie jedoch bei vielen Kindern, gerade mit Mitgrationshintergrund, nicht gut genug ausgebildet. Auch deshalb sollten sich Eltern wie Fachleute die Hoffnung abschminken, dass sich Schulfähigkeit von selbst einstelle.
Baden-Württemberg aber setzt nicht nur auf Früherkennung, sondern auch auf Frühförderung. Das Land praktiziert in einer wissenschaftlich begleiteten Pilotphase Orientierungspläne. Doch statt sich an kindlichen Kompetenzen für diverse Unterrichtsfächer festzubeißen, wird auf Entwicklungsdimensionen geachtet – das Gefühl für den eigenen Körper, den Einsatz aller Sinne, das Verständnis für Werte und Mitgefühl.
«Die Pläne sind ein Bildungskompass für Erzieher, Eltern und Grundschullehrer», betont die baden-württembergische Ministerialrätin für Kultus, Jugend und Sport, Christa Engemann. Und sie gehen von dem aus, was Kinder bereits können, wollen und für eine gute Bildung brauchen. Zugleich sei beim Übergang vom Kindergarten zur Schule die Zusammenarbeit zwischen den Bildungseinrichtungen und der Familie wichtig.
Darauf zielt auch das Projekt «Schulreifes Kind» ab, ein Konzept, bei dem die Verantwortung nicht vom Erzieher zum Lehrer abgegeben wird und die Eltern außen vor bleiben. Stattdessen gehen alle Seiten eine Erziehungspartnerschaft ein. Lehrer und Erzieher werden als Tandem weitergebildet und arbeiten gemeinsam mit dem Kind. Im gesamten Bundesland sei das inzwischen Pflicht, betont Annedore Bauer-Lachenmeier, Schulleiterin der Plaisirschule Backnang. So sei es üblich, dass die Grundschullehrer in die Kindergärten gingen und mit den Steppkes spielerisch Lerninhalte erarbeiten. Das gebe beiden Seiten Gelegenheit, die Kinder besser einzuschätzen, passende Förderpläne aufzustellen und die Eltern besser mit einzubinden.
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