Von news.de-Redakteurin Mara Schneider
Ganz nah an den Abgründen der Wirtschaftskrise: Ein symbolträchtiges Motiv hat den Preis für beste Pressefoto des Jahres gewonnen. Gewinner Anthony Suau wurde beim 52. World Press Photo Award auch in einer weiteren Kategorie ausgezeichnet.
Warum Anthony Suaus Bild zum World Press Photo 2008 gekürt wurde, erklärte die Vorsitzende der Jury, MaryAnne Golon: «Die Stärke des Bildes liegt in seinen Gegensätzen. Es sieht aus wie ein klassisches Kriegsfoto, aber eigentlich zeigt es nur die Zwangsräumung eines Hauses nach dessen Zwangsversteigerung. Jetzt kommt der Krieg also in die Häuser der Menschen, weil sie ihre Hypotheken nicht mehr bezahlen können.»
Auch andere Juroren zeigten sich erstaunt über die Doppeldeutigkeit des Bildes. «Man muss eintauchen, um herauszufinden, worum es geht», sagte Akinbode Akinbiyi. Das Foto war Teil einer Serie für das amerikanische Time-Magazin und entstand im März des vergangenen Jahres. Die gesamte Fotostrecke gewann außerdem den zweiten Preis in der Kategorie Daily Life (Alltagsleben).
Insgesamt zeichnete die Jury in zehn verschiedenen Kategorien 64 Fotojournalisten aus 27 Ländern aus, darunter auch Deutsche. So landete Berthold Steinhilber vom Magazin Stern in der Kategorie Sports Features auf Platz zwei der Einzelfotos. In der Kategorie Nature wurden Heidi und Hans-Jürgen Koch, ebenfalls vom Stern, mit dem dritten Platz für eine Fotostrecke ausgezeichnet.
Unter den weiteren Gewinnerfotos befinden sich Motive vom Erdbeben in China, dem Konflikt in Georgien und dem Wahlkampf des neuen US-Präsidenten Barack Obama. Alle Gewinner werden im Rahmen einer Festveranstaltung in Amsterdam am 3. Mai offiziell ausgezeichnet. Suau erhält außerdem die Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro und eine neue Digitalkamera. Die Pressefotos des Jahres werden anschließend in einer Ausstellung präsentiert. Diese tourt bis zum 28. Juni durch mehr als 100 Orte rund um den Globus.
Die Termine der Ausstellung World Press Photo Award in Deutschland:
14. Mai - 7. Juni, Hamburg
12. Juni - 5. Juli, Berlin
30. Juli - 19. August, Kassel