Von Roland Losch
Der Darwin-Preis wird zum Beispiel an Menschen vergeben, die mit einem Feuerzeug in einen Benzinkanister leuchten. Richtig, es geht um die natürliche Auslese! Das Darwin-Jahr sollte hierfür ein ganz besonderer Ansporn sein.
Der Darwin-Preis gehört zu den nicht erstrebenswerten Auszeichnungen. Denn die Preisträger zeichnen sich durch außergewöhnliche Dummheit mit fatalen Folgen für sich selbst aus. «Unsere Preisträger lassen sich nicht von schnöden Warnschildern vor der natürlichen Auslese bewahren», erklärte die Biologin Wendy Northcutt mit schwarzem Humor. «Gern haben wir zum Beispiel einen Preis verliehen an den zerstreuten Terroristen, der zu wenig Porto auf seine Briefbombe klebte und das zurückerhaltene Päckchen später selbst wieder öffnete.»
Charles Darwin hat das Prinzip der natürlichen Auslese als Motor der Evolution erkannt: Die am besten an ihre Umwelt angepassten Individuen setzen sich durch und pflanzen sich fort, die anderen sterben aus. Die Gewinner des Darwin-Preises schaffen es, «sich auf derart blödsinnige Weise aus dem Genpool zu eliminieren, dass dadurch das langfristige Überleben der Art gesichert wird», erklärt Northcutt in ihrem Buch Die Darwin Awards.
Als Molekularbiologin an der Stanford University in Kalifornien hatte sie 1994 eine Website geschaffen, auf der eine rasch wachsende Fangemeinde Kandidaten für den neuen Preis präsentierte. Inzwischen hat die Wissenschaftlerin ihr Steckenpferd zu ihrer Lebensaufgabe gemacht. Die Preisträger müssen erwachsen und voll zurechnungsfähig sein sowie durch eigenes Verschulden auf haarsträubend dumme Weise aus dem Genpool der Menschheit ausscheiden. «Ein Idiot weniger!» lautet das sarkastische Motto.
Für preiswürdig befunden wurde zum Beispiel ein Mann, der an Neujahr 1996 im Zoo von Kalkutta einem Tiger Blütengirlanden um den Hals hängen wollte. Dass er dem unwilligen Tier einen Tritt gab, besiegelte sein Schicksal. Geehrt wurde auch ein New Yorker, der sich eine 3,60 Meter lange Würgeschlange als Haustier hielt, aber zu füttern vergaß. Ein Dieb wollte 1999 in England auf der Suche nach wertvollem Altmetall ein dickes Kupferkabel mit einem Bolzenschneider zerlegen. Er übersah, dass es sich um eine Starkstromleitung mit 11.000 Volt handelte.
Am falschen Ende sparte eine Fallschirmspringerin, die sich im Oktober 1999 im kalifornischen Yosemite-Nationalpark über alle Verbote hinwegsetzte und von einer 1700 Meter hohen Granitwand sprang. Weil sie wusste, dass die Park-Ranger ihre Ausrüstung anschließend beschlagnahmen würden, lieh sie sich einen billigeren Ersatzschirm. Im Gegensatz zu ihrer eigenen Ausrüstung befand sich die Reißleine aber nicht auf dem Rücken, sondern am Bein. Die Zeit, sich mit dem neuen Schirm vertraut zu machen, hatte sich die Frau nicht genommen.
Den Preis zugesprochen bekam auch eine Berlinerin, die im Mai 2000 Fotos vom Stiertreiben im französischen Nimes machen wollte. Sie zog ein Absperrgitter weg und stellte sich mit der Kamera mitten auf die Straße, wo sie von sechs Stieren überrannt wurde. Ähnlich tollkühn zeigte sich ein 34-jähriger Amerikaner, der seinen Lastwagen in voller Fahrt reparieren wollte. Während sein Kollege das Steuer des Lkws auf dem Highway übernahm, kletterte er unter das Fahrzeug und suchte die Quelle eines seltsamen Geräuschs.
Im August 1999 wollte ein 42-jähriger Autofahrer die Sonnenfinsternis bei Kaiserslautern vom fahrenden Auto aus verfolgen. Um besser in die Sonne sehen zu können, setzte er sich noch eine Brille mit schwarz getönten Gläsern auf. Kurz darauf prallte er gegen einen Brückenpfeiler.
bjm/seh
Der Vorteil der Klugheit ist das man sich dumm stellen kann. Andersrum wird das nichts.
jetzt antwortenKommentar meldengut so dass sich Manche Dummheit so ausselektiert!Leider gibt es anderweitig noch viel zuviele Idioten!
jetzt antwortenKommentar meldenDann bitte den Ami der einen Autounfall überlebte und dann so klug war und auf die Hochspannungsleittung pinkelte. Der hat diesen Preis wahrhaftig verdient.
jetzt antwortenKommentar meldenEmpfehle, den Preis an diese HartzIV-Empfänger zu geben, die FDP gewählt haben.
jetzt antwortenKommentar meldentaktloser und gemeiner kann man einen Artikel wirklich nicht schreiben. "Unfallfahrer pinkelt sich in den Tod" und die Zeilen darunter sind ein extrem negatives Beispiel von "Journalismus" und machen mir Ihre News nicht gerade sympatisch.
jetzt antwortenKommentar meldeneigentlich keine frage: der deutschland-zeitgeist schafft jegliche art von hirnwindungen, und seien sie noch so absurd, hin zu geschimpfe auf staat und politiker.
jetzt antwortenKommentar meldenschätze, sie haben das anliegen des darwin-awards _überhaupt_ nicht begriffen? er wird nicht von frustrierten bürgern verliehen. was hat ihr politiker-gejammer nur mit dummen todesfällen zu tun?
jetzt antwortenKommentar meldenEigentlich sollte der Charles Darwin Preis ja an unsere Politiker gehen,da die glauben,solange sie am politischen Hebel sitzen könnten sie alles machen und kämen damit durch.Nun,ich habe meine Meinung geändert,denn sie kommen mit allem durch.Vielmehr gehört der Charles Darwin Preis dem Deutschen Volke verliehen,weil es aber auch wirklich alles mit sich machen lässt,wasd die da oben auch immer beabsichtigen,sei es auch noch so idiotisch.Nach Ansicht von Merkel,Münthefering,Schäuble u. wie sie alle heissen,besteht das Volk ohehin nur noch aus eben jenen Idioten,mit denen man eh alles machen kann
jetzt antwortenKommentar meldenlustige geschichte. leider habe ich trotzdem den eindruck, dass die zahl der volldeppen weltweit eher steigt als sinkt, siehe gerade auf dieser seite: holzklotzwerfer, genitalbeschneider usw. aber dafür kann man darwin wohl nicht die schuld geben.
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