Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann
Für ein Studium beworben, aber keine Zusage bekommen? Wer dies in den nächsten Semestern erlebt, soll nicht leer ausgehen und als Nachrücker seine Chance bekommen.
Studienplätze, die an den Hochschulen nicht im direkten Bewerbungsverfahren besetzt werden, sollen im Internet ausgeschrieben werden. Das ist das Ergebnis eines Krisengesprächs zwischen Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) und Vertretern der Hochschulrektorenkonferenz, der Kultusministerkonferenzen und der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS).
Das soll verhindern, dass wie zuletzt rund 20 Prozent aller in Deutschland verfügbaren Studienplätze nicht besetzt werden. Die Internetbörse ist als Übergangslösung gedacht, bis ein dialogorientiertes Verfahren funktionsfähig ist, das vom Berliner Fraunhofer-Institut für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik entwickelt wird.
«Unser oberstes Ziel ist, den Anspruch der Studienberechtigten auf einen Studienplatz und das Auswahlrecht der Hochschulen so zu verbinden, dass für alle Beteiligten gute Bedingungen herrschen. Dezentralität und der unterstützende Service der ZVS müssen ineinander greifen», erklärte Schavan.
Um weitere Querelen zu verhindern, will Schavan in den nächsten Wochen die Hochschulrektoren aller Bundesländer an einen Tisch bitten. Dabei soll geklärt werden, welche Funktionen das gemeinsame Verfahren künftig erfüllen muss.
Zu klären sei aber auch, wie das Vergabeverfahren bundesweit erfolgreicher werden kann. Dabei wird es auch um die Frage gehen, ob einheitliche Bewerbungszeiträume sinnvoll sind.