Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann
Die Tarifgemeinschaft der Länder hat auf stur geschaltet. In Nordrhein-Westfalen zahlen es die Lehrer nun mit barer Münze zurück.
Wenn die Arbeitgeber nicht wollen, wird unter Umständen die Bildung darunter leiden müssen. In Düsseldorf ist das heute ein Stück weit Realität geworden. Laut Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sind in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt heute die ersten 1000 Lehrer auf die Straße gegangen.
Es geht um acht Prozent oder mindestens 200 Euro mehr Lohn. Es sei der größte Lehrerstreik, der jemals in Nordrhein-Westfalen stattgefunden habe, sagte der GEW-Landesvorsitzende Andreas Meyer-Lauber heute.
Insgesamt habe es aber nur an wenigen Schulen Ausfallstunden gegeben. «Der Streik war lange angekündigt, sodass wir die Schulen im Vorfeld aufgefordert haben, Gegenmaßnahmen wie Vertretungsunterricht oder die Zusammenlegung von Klassen zu ergreifen», erklärte Thomas Breuer, Pressesprecher des nordrhein-westfälischen Schulministeriums gegenüber news.de. Etwa jeder siebte Lehrer des Landes habe demonstriert. Hochgerechnet betraf dies etwa einen Lehrer pro Schule.
Die Gewerkschafter forderten im Zuge ihres Streiks Landesbildungsministerin Barbara Sommer (CDU) auf, sich für die angestellten Lehrer beim Land stark zu machen. Still halten werden die nordrhein-westfälischen Lehrer allerdings nicht.
Schon in der nächsten Woche wird es einen weiteren Ausstand geben. Am 5. Februar wollen die Pädagogen in den Streiklokalen Bielefeld, Bonn, Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Köln und Wuppertal ab 9 Uhr auf ihre finanziellen Forderungen aufmerksam machen.
Einen Tag zuvor wird es eine gemeinsame Demonstration des Verbandes Bildung ErziehungVertritt die Lehrer der Grund- und Hauptschulen. und des Philologen-Verbandes Nordrhein-WestfalenVertritt die Lehrer der Gymnasien. geben. Bestandteil der dreistündigen Veranstaltung sei auch eine Kundgebung vor dem Finanzministerium, sagte Verbandssprecher Andreas Merkendorf. Die Nachmittagsstunden habe man gewählt, weil es nicht vertretbar sei, Unterricht ausfallen zu lassen.
Sollte es keine Einigung im Tarifstreit geben, so sind durchaus weitere, auch länger andauernde Streiks von Lehrern möglich.
ruk