Betriebe zahlen 1000 Euro pro Mitarbeiter
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Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann
Artikel vom 26.01.2009Beruflich qualifizierte Mitarbeiter sind der Schlüssel, den Unternehmen brauchen, um mit rasanten Marktentwicklungen Schritt halten zu können. Das lassen sich die Firmen einiges kosten.
Rund 84 Prozent aller deutschen Unternehmen haben ihre Mitarbeiter im Jahr 2007 an Weiterbildungen teilnehmen lassen. «Das ist ein durchaus hohes Niveau, quer durch alle Branchen», sagt Dirk Werner, Berufsbildungsexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Gekostet hat das Ganze rund 27 Milliarden Euro.
Pro Mitarbeiter sind das etwas mehr als 1000 Euro. «Natürlich lässt sich darüber streiten, ob diese Summe viel oder wenig ist. Im Bezug zu einem durchschnittlichen Jahresgehalt machen diese Kosten zwei Prozent aus. Das ist durchaus als hoch interpretierbar», so Werner.
Ein Königsweg lässt sich allerdings nicht herauskristallisieren. Während rund 79 Prozent der Betriebe auf Informationsveranstaltungen wie Tagungen und Messen setzen, schicken 76 von 100 Firmen ihre Angestellten zu Lehrgängen und Seminaren. Das Selbststudium sei ebenfalls ein wichtiger Aspekt, der «durchaus effektiv sein kann». Fachlektüre etwa, oder computergestütztes Lernen könne wesentlich dazu beitragen, um ein Unternehmen am Markt konkurrenzfähig bleiben zu lassen.
Deutlich wurde in einer aktuellen Studie des IW Köln auch, dass der Löwenanteil der Kosten für die berufliche Weiterbildung nicht direkt in einer Maßnahme stecken. Neben den Kosten für Reisen, Seminarleiter, Teilnahmegebühren oder Lehrmaterial schlagen für die Unternehmen vor allem indirekte Aufwendungen zu buche. Dabei handelt es sich um rund 635 Euro, die die Betriebe anrechnen, wenn die Mitarbeiter während der Arbeitszeit qualifiziert werden.
Es gibt jedoch Firmen, die mehr als drei Jahre keine Weiterbildung möglich gemacht haben. «Das sind etwa 13 Prozent», verdeutlicht Werner. «Betroffen sind vor allem kleine Unternehmen, die nicht mehr als 49 Mitarbeiter haben.» Da gebe es Nachholbedarf, der sich für manchen Betrieb mit Blick auf die Kosten nicht ganz einfach angehen lasse.
Besonders aktiv in Sachen Weiterbildung sind laut IW Köln die Finanzdienstleister – etwa Banken und Versicherungen. Hohes Engagement zeigte auch die Industrie. Deutlich schleppender dagegen würden Landwirtschaft und Baugewerbe die berufliche Qualifikation ihrer Angestellten angehen.
Die Finanzkrise könnte in den nächsten Monaten dazu beitragen, dass Firmen weniger Weiterbildung ermöglichen. «In Zeiten von Beschäftigungsabbau muss man durchaus damit rechnen, dass die Budgets reduziert werden», sagt der Berufsbildungsexperte. Zeitgleich zeichne sich ein gegenläufiger Trend ab. In Phasen von Kurzarbeit hätten Firmen zeitlich bessere Option, um Weiterbildungen durchzuführen. Das sei vor allem sinnvoll, wenn Unternehmen auf eine neue Arbeitsorganisation oder neue Produkte umstellen wollen. «Und wir wissen, dass Unternehmen bei einem Umsatzrückgang mit Berufsbildung gegensteuern, um so beispielsweise auch ein neues Marketing zu aktivieren», klärt Werner auf.
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