Von news.de-Redakteur Sebastian Haak
Nach jedem Flugzeugunglück steigt die Angst vor Luftreisen. Doch so tragisch viele Unglücke auch ausgehen, man kann einen Flugzeugabsturz überleben. Denn Menschen verhalten sich bei Katastrophen oft anders, als man glaubt.
In einem Gespräch mit der Online-Ausgabe des US-amerikanischen Time Magazine räumt der Buchautor Ben Sherwood viele Mythen um dererlei Katastrophen aus. Sherwood hat ein Buch mit dem Titel The Survivors Club: The Secrets and Science That Could Save Your Life (deutsch: Der Club der Überlebenden: Die Geheimnisse und das Wissen, das Ihr Leben retten kann) geschrieben.
In dem Interview wies er darauf hin, dass längst nicht jeder Flugzeugabsturz tödlich für die Passagiere endet. Nach Daten der US-Regierung überlebten 95,7 Prozent aller Fluggäste Szenarien, die im Luftverkehr als Unfall eingestuft würden. Selbst bei den schwereren Unglücken hätten statistisch mehr als drei Viertel der Menschen überlebt. Eine US-Luftfahrtbehörde habe bei einer Studie festgestellt: Bei allen Flugzeugabstürzen zwischen 1983 und 2000 seien 53.000 Passagiere betroffen gewesen. 51.000 hätten aber überlebt. «Das ist eine beachtlich hohe Überlebenquote», sagte Sherwood.
Ebenso sei es ein Mythos, die Menschen würden bei einem Flugzeugabsturz in Panik verfallen und unkontrolliert reagieren. Das Gegenteil sei meist der Fall. Wie auch jetzt die Passagiere desUS-Airways-Fluges 1549 seien Menschen bei Katastrophen eher gefasst, so Ben Sherwood. «Die Leute hatten Angst, sie waren sehr ruhig, sie haben auf Anweisungen gewartet, einige haben das Kommando übernommen, die Übrigen sortiert und jeder kam aus dem Flugzeug.»
Die Überlebenschancen, sagte Ben Sherwood, seien am höchsten, je näher man an einem Notausstieg sitze. Auch sei es wichtig, die Sicherheitsunterweisungen der Flugbegleiter vor jedem Flug genau zu verfolgen, um im Notfall den Weg zu den Ausstiegen zu finden. Er selbst lasse bei einem Flug auch seine Schuhe an, «damit er auch durch ein brennendes Flugzeug rennen könne». Wichtig sei dafür, feste Schuhe und keine Flip-Flops oder ähnliches zu tragen, damit diese bei einem Aufprall nicht von den Füßen gerissen werden.
Die ersten drei und die letzten acht Minuten eines Fluges seien die gefährlichsten. Hier, so hätten Statistiken gezeigt, ereigneten sich 80 Prozent aller Unglücke. «In dieser Zeit sollte man absolut nicht abgelenkt sein. Man sollte nicht betrunken sein und keine Kopfhörer aufhaben. Man sollte wirklich aufpassen, weil man einen Flugzeugabsturz wirklich überleben kann.»