Dramatische Szenen spielten sich vor der Küste Manhattans ab. Wie durch ein Wunder wurden alle 155 Passagiere eines Airbus 320 der US Airways aus dem eisigen Hudson River gerettet - zu verdanken haben sie es der perfekten Landung des Piloten Chesley B. Sullenberger.
Nach bisherigen Erkenntnissen waren mehrere große Vögel, vermutlich Wildgänse, in die Triebwerke geraten. Daraufhin hatte der Pilot über Funk Probleme gemeldet. Nach Berichten des US-Fernsehsenders CNN war kurzzeitig auch über eine Notlandung auf einem Flughafen im Nachbarstaat New Jersey gesprochen worden.
Ein Sprecher der Fluglotsenvereinigung, Doug Church, sagte, der Pilot habe kurz nach dem Start auf dem New Yorker Flughafen LaGuardia einen «doppelten Vogelschlag» gemeldet. Ein Passagier, Jeff Kolodjay, sagte, er habe zwei oder drei Minuten nach dem Start eine Explosion gehört und von seinem Fenster aus gesehen, dass ein Triebwerk brannte. «Der Captain sagte, wir sollten uns auf einen Aufprall vorbereiten, weil wir runter gingen», berichtete er. Alle hätten sich geduckt und gebetet. Das Flugzeug sei ziemlich hart auf dem Wasser aufgeprallt, aber alles sei in Ordnung gewesen. «Es war heftig. Man muss es dem Piloten zugute halten: Er hat eine höllisch gute Landung gemacht.»
Auch Augenzeugen außerhalb des Flugzeugs berichteten, Sullenberger, laut New York Daily News ein ehemaliger Kampfpilot der Air Force, habe die Maschine augenscheinlich kontrolliert auf dem Wasser aufgesetzt. Laut Bundespolizei FBI gab es keine Anzeichen für einen Terroranschlag. Auch das Heimatschutzministerium ging nicht von einem Anschlag aus.
New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg, selbst ein erfahrener Pilot, lobte die Leistung Sullenbergers, der nach CNN-Angaben 40-jährige Flugerfahrung hat. Der Pilot habe wunderbare Arbeit geleistet, sagte Bloomberg. Und er selbst habe das Flugzeug nicht eher verlassen, bis er sich überzeugt habe, dass alle Passagiere in Sicherheit sind. Die Passagiere konnten auf eine Tragfläche klettern, andere wurden aus dem Wasser gezogen.
Die Frau des Piloten war fassungslos, als sie hörte, was passierte. Ihr Mann habe immer erklärt, es sei sehr selten, dass ein Pilot einen schlimmen Unfall erlebe. Deshalb sei sie völlig fassungslos gewesen, als sie hörte, was passiert sei, sagte Lori Sullenberger aus Danville im US-Bundesstaat Kalifornien nach Angaben des US-Senders CNN. Sie habe gestern keine Nachrichten gehört. Ihr Mann Chesley habe sie angerufen und gesagt: «Es hat einen Unfall gegeben.» Sie habe dabei an eine Nebensächlichkeit gedacht. «Aber dann hat er mir die Umstände erklärt, und ich habe angefangen zu zittern. Ich hab meine Tochter sofort aus der Schule abgeholt.»
Etliche der Insassen erlitten Knochenbrüche und Unterkühlungen. Einige Passagiere hätten von Tauchern geborgen werden müssen. Die meisten Insassen, darunter auch eine Frau mit einem Baby, kamen rechtzeitig in Rettungsboote. Nach Angaben von Bürgermeister Bloomberg sollen sie jedoch in stabilem Zustand sein.
Fähren und Boote der Polizei und Küstenwache waren sofort zu dem Flugzeug geeilt, das bei Temperaturen um minus sieben Grad Celsius bis zu den Fenstern in die Fluten eintauchte. Die meisten Passagiere konnten sich über die Notausstiege auf die Tragflächen retten und wurden von den Booten aufgenommen. Ein Passagier brach sich beide Beine, Ersthelfer behandelten nach Angaben der Rettungsdienste 78 Personen mit meist leichteren Verletzungen. Das Drama spielte sich vor der Kulisse der New Yorker Bürotürme ab.
Nach Angaben der US-Luftaufsichtsbehörde FAA wurden in den USA zwischen 1990 und 2005 rund 65.000 Zwischenfälle mit Vogelschlag gemeldet - etwa einer auf 10.000 Flüge. «Sie würgen buchstäblich das Triebwerk ab und es fällt aus», sagte ein pensionierter Delat-Airlines-Pilot, Joe Mazzone. Fluglotsen wiesen Piloten regelmäßig auf Vögel in ihrer Flugbahn hin.
Die Maschine der US Airways war kurz zuvor vom New Yorker Flughafen La Guardia gestartet und sollte nach Charlotte im Bundesstaat North Carolina fliegen.
mac
ich finde das Flugzeug vom Hudsonriver sehr interessant,und ich würde gern mehr über den Airbus A 320 erfahren.
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