Tchibo und Esso haben eine Werbekampagne mit einem Slogan gestoppt, der an die von den Nazis missbrauchte Redewendung «Jedem das Seine» angelehnt war. Der Kaffeekonzern hat sich bereits entschuldigt: Man habe keine Gefühle verletzen wollen.
Der Spruch «Jedem den Seinen» auf rund 700 Tankstellen-Plakaten habe sich lediglich auf die Vielfalt der dort beworbenen Kaffeesorten bezogen. Scholz bestätigte damit einen Bericht der Frankfurter Rundschau.
Der Rechtsgrundsatz «Jedem das Seine» geht unter anderem auf den griechischen Philosophen Plato und die Römer Cicero und Cato den Älteren zurück. Die Nationalsozialisten missbrauchten den Spruch auf zynische Art und Weise, indem sie ihn über den Eingang des Konzentrationslagers Buchenwald bei Weimar schrieben. Esso-Sprecher Olaf Martins sagte, die Werbeagentur habe die historische Bedeutung des Satzes offenbar nicht erkannt.
Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Salomon Korn, befand, das Plakat sei entweder eine «nicht zu überbietende Geschmacklosigkeit» oder ein Beispiel «totaler Geschichtsunkenntnis». Solange es noch einen einzigen Menschen gebe, der bei der Redewendung an Buchenwald denke, sei es unmöglich, sie zu verwenden. Dass es dennoch immer wieder geschehe, sei zu einem «erheblichen Anteil» im unzureichenden Geschichtsunterricht an Schulen zu suchen. Er begrüßte, dass die Plakate entfernt werden sollen.
Die Redewendung wurde schon mehrfach für Reklame genutzt, die dann gestoppt werden musste: Nokia tappte 1998 in die Geschichtsfalle. Bei einer Plakataktion für austauschbare Handy-Gehäuse überklebte man die Poster kurzerhand mit dem Shakespeare-Titel «Was ihr wollt», nachdem unter anderem das American Jewish Commitee gegen die ursprüngliche Fassung protestiert hatte.
Kurze Zeit später konnte der Handelskonzern Rewe einen Prospekt nicht mehr stoppen, in dem es hieß: «Grillen: Jedem das Seine». Rewe entschuldigte sich öffentlich. 1999 stoppte eine Schnellimbiss-Kette in Erfurt nach Protesten eine Handzettel-Aktion mit dem Slogan. 2001 waren Kunden entsetzt über eine Werbekampagne für Kontoführungsmodelle einer Münchner Bank.
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Wenn sich jene Zionisten, die mit der Verfolgung Deutscher ihr tägliches Brot verdienen, von den vielen humanen hebräischen Schriftstellern belehren ließen, wäre das besser für ihr eigenes Seelenheil, für Israel und erst recht für das Weltjudentum. Der im Rheinland lebende Rabbiner Dr. Geis meinte schon vorausschauend: „Man kann das böse Spiel der ausgleichenden Ungerechtigkeit, die Kompensation von Verfolgung durch Verfolgung, von Vernichtung durch Vernichtung nicht ewig fortsetzen." („Die Zeit", Hamburg, 4.Dezember 1964, Seite 7).
jetzt antwortenKommentar meldenWer von uns wusste vor dieser Reaktion in welchem Zusammenhang dieser(ganz alltäglicher)Spruch steht? Und selbst wenn; das ist nunmal eine Redewendung die in Deutschland tausend Mal am Tag benutzt wird, Teil der Deutschen Sprache ist. Das bestimmte Slogans als geschmacklos bezeichnet werden können, die sich offensichtlich auf NS Deutschland beziehen ist schon in Ordnung aber wie weit soll das denn noch gehen? Wir können doch nicht alle Redewendungen streichen weil auch Nazis sie benutzt haben. Die Deutsche Sprache ist nunmal die Selbe wie damals. Vergessen oder Beschönigt wird trotzdem nicht
jetzt antwortenKommentar meldendass der zentralrat der juden mal wieder überreagiert, ist klar. mit dieser art öffentlichkeitsarbeit schiebt man berechtigte anliegen von mindernheiten/opfern in die nörgelecke. dummer zentralrat. davon abgesehen kann ich als interessierter, aber ns-aufklärungsmüder bürger den hintergrund dieses spruches auch nicht. man könnte natürlich recherchieren vorher, gerade als werbeagentur. aber spätestens bei "jedem das seine" bin ich erstaunt - das ist doch alltagssprache und nicht negativ belegt? manchmal kann man den ball auch mal flach halten und rückzüge von unternehmen einfach akzeptieren.
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