Fr., 25.05.12

Weihnachtsbotschaft 25.12.2008 Papst will zum Fest die Dunkelheit vertreiben

Papst Benedikt (Foto)
Die Kritik an Papst Benedikt XVI. nimmt zu. Bild: ap

Papst Benedikt XVI. hat in seiner Weihnachtsbotschaft weltweit zu Frieden und Gerechtigkeit aufgerufen. Gleichzeitig beklagte das Oberhaupt der katholischen Kirche die dramatischen Folgen von Krieg, Terrorismus, Ausbeutung und Egoismus.

Vor Zehntausenden von Gläubigen, darunter viele Deutsche, wandte sich der katholische Kirchenführer am Weihnachtstag auf dem Petersplatz in Rom eindringlich gegen die «niederträchtige Logik der Konfrontation und der Gewalt». Benedikt forderte dazu auf, den Weg des Dialogs und der Verhandlungen zu gehen, «um die Spannungen innerhalb der einzelnen Länder zu überwinden und gerechte und dauerhafte Lösungen zu finden.»

Weihnachten sei ein Fest des Lichts, das die Dunkelheit vertreibe, sagte der Papst. «Das göttliche Licht von Bethlehem verbreite sich im Heiligen Land, wo sich der Horizont für die Israelis und die Palästinenser erneut zu verfinstern scheint, es verbreite sich im Libanon, im Irak und im ganzen Mittleren Osten», zählte Benedikt die Konfliktherde auf. Dieses Licht, das verändere und erneuere, ersehnten auch die Bewohner von Simbabwe in Afrika, die schon zu lange von einer sich weiter verschärfenden politischen und sozialen Krise zermalmt würden. Frieden und Stabilität fehlten auch in Somalia, im sudanesischen Darfur und in der Kongo-Region Kivu.

«Wenn jeder nur an seine eigenen Interessen denkt, kann die Welt nur zugrunde gehen», mahnte Joseph Ratzinger, wie der amtierende Papst mit bürgerlichem Namen heißt. Die Gläubigen sollten sich mutig und mit einer solidarischen Gesinnung dagegen stemmen, dass die Menschenwürde mit Füßen getreten werde und persönlicher Egoismus oder die Interessen von Gruppen sich über das Gemeinwohl hinwegsetzten. Man dürfe sich nicht an «brudermörderischen Hass und an die Ausbeutung des Menschen durch andere Menschen gewöhnen».

Auch in den wohlhabenden Ländern wachse die Sorge angesichts einer immer unsichereren Zukunft, fügte der Papst an. Gegen das nicht enden wollende Leiden stellte er die «Verkündigung der Hoffnung, die für alle bestimmt ist und den Kern der Weihnachtsbotschaft ausmacht».

Danach spendete Benedikt bei trübem Winterwetter von der Loggia des Petersdoms aus den traditionellen Segen Urbi et Orbi (Der Stadt und dem Erdkreis). Zugleich fügte er die Weihnachtsgrüße in 64 Sprachen hinzu. Auf Deutsch sagte das 81-jährige Oberhaupt der Katholiken: «Die Geburt Jesu Christi, des Erlösers der Menschen, erfülle Euer Leben mit tiefer Freude und reicher Gnade; sein Friede möge in Eurem Herzen wohnen. Gesegnete und frohe Weihnachten!»

In der Mitternachtsmesse hatte der Papst zuvor die millionenfache Not armer und ausgebeuteter Kinder in der Welt beklagt und für den Frieden in Nahost gebetet. Er plant im Mai kommenden Jahres eine längere Reise in das Heilige Land. Christmette und die päpstliche Botschaft wurden von Fernsehsendern in Dutzende Länder überspielt. Es ist das vierte Weihnachtsfest des Papstes seit seiner Wahl 2005.

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