Fr., 25.05.12

Zugverkehr 12.12.2008 Protest gegen Preiserhöhung bei der Bahn

Fahrkartenautomat (Foto)
Am 14. Dezember erhöht die Deutsche Bahn ihre Preise im Durchschnitt um 3,9 Prozent. Bild: dpa

Mit dem Fahrplanwechsel erhöht die Deutsche Bahn am Wochenende erneut ihre Preise. Zugfahrten werden dann im Durchschnitt 3,9 Prozent teurer. Vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise formiert sich dagegen breiter Widerstand.

Der Fahrgastverband Pro Bahn forderte heute, auf die Anhebung zu verzichten. Die Grünen plädierten sogar für Preissenkungen, um Bahnfahren attraktiver zu machen. Je nach Strecke fällt die Preiserhöhung am Sonntag unterschiedlich aus. Zweiter Klasse kostet es im InterCityExpress (ICE) dann zum Beispiel von Frankfurt am Main nach München 89 statt 85 Euro, von Hamburg nach Hannover 40 statt 39 Euro.

Für die Bahncard mit 50-Prozent-Rabatt sind 225 Euro zu zahlen, fünf Euro mehr als bisher. Eine Bahncard mit 25 Prozent Ermäßigung kostet künftig 57 statt 55 Euro. Für das Schöne-Wochenende-Ticket sind nun 37 Euro zu berappen (bisher 35 Euro). Die Preise für Ländertickets werden um einen Euro angehoben.

Der Pro-Bahn-Vorsitzende Karl-Peter Naumann kritisierte, die Erhöhung passe überhaupt nicht in die wirtschaftspolitische Landschaft. Während viele Verbraucher im nächsten Jahr weniger Geld in der Tasche haben würden als jetzt, schlage die Bahn mit ihren Preiserhöhungen weit jenseits der Inflationsrate zu. «Dafür haben wir kein Verständnis.» Die von der Bahn genannte Begründung, die Energiepreise seien gestiegen, klinge den Fahrgästen inzwischen «wie Hohn in den Ohren». Die Benzinpreise sind seit Jahren nicht mehr so niedrig wie derzeit gewesen. Der Verband befürchtet daher die Rückkehr vieler Bahnfahrer zum Auto.

Der Grünen-Verkehrsexperte Winfried Hermann wies auf eine stagnierende Auslastung im Fernverkehr hin. «Wenn man Züge besser auslasten will, muss man die Ticket-Preise nach Schweizer Vorbild preisgünstiger machen.» Seit Jahren verkünde Bahnchef Hartmut Mehdorn wachsende Umsätze und Gewinne des Konzerns. Doch die Nutzer der «klimafreundlichen Bahn» müssten regelmäßig empfindliche Fahrpreiserhöhungen in Kauf nehmen, beklagte Hermann. Seit 2004 habe die Bahn Fernreisen um 25 Prozent verteuert und den Nahverkehr um 22 Prozent.

mas
Leserkommentare (1) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Nelly Ackermann
  • Kommentar 1
  • 14.10.2011 13:41
 

Seit einigen Jahren hört man, welch tolle Gewinne die DB macht, aber trotzdem werden jedes Jahr die Preise erhöht. Ich finde es eine Frechheit, dass die Preise wieder erhöht werden, obwohl Bahnfahren in Deutschland sehr teuer ist. Ich war gerade in Italien, die Züge waren pünktich, Sauber, der Service gut und die Preise liegen 50-60 % unter den Preisen in Deutschland!!! Selbst mit der Bahncard 50 ist das Bahnfahren sehr sehr teuer! Mit dem Regionalzug von Heidelberg nach Frankfurt (90km) kostet es 15,80. In Italien mit dem Regionalzug von Rom nach Neapel (230km) kostet der Normalpreis 10,50!

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