L wie leicht Lesen lernen
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Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann
Artikel vom 01.01.2009
Lesen lernen fällt vielen Kindern schwer. Das liegt vor allem daran, dass sie lernen müssen, abstrakten Buchstaben eine Bedeutung zuzuordnen. Die Alphas, lustige Figuren, sollen das leichter machen – erfolgreich, wie sich in Kindergärten zeigt.
Sie sind sieben Zentimeter groß, es gibt 26 von ihnen und sie heißen: die Alphas. Eigentlich sind die Figuren nichts anderes als bunte, kindgerecht gestaltete Buchstaben. Es klingt ein bisschen wie ein Rekordversuch, doch in Sachen Lesen lernen scheinen die Figuren bei Kindern in kürzester Zeit Erstaunliches zu bewirken. Selbst Vierjährige können nach einer Woche erste Wörter lesen.
Die Schweizer Pädagogin Claude Huguenin und ihr Kollege Olivier Dubois haben die Methode 1998 entwickelt. Inzwischen wird sie im französischsprachigen Raum von rund 40.000 Pädagogen eingesetzt, ist von der Unesco anerkannt und durch Studien der Universitäten Genf und Brüssel als erfolgreich belegt worden. Selbst im kritischen Deutschland feiern die Alphas, verlegt im Logo-Lernspielverlag, erste Erfolge.
Einige Einrichtungen in Deutschland haben die Buchstabenwesen bereits ausprobiert, darunter eine Kindertagesstätte in Hamburg. «Anfangs war Skepsis da», erinnert sich die 28-jährige Hamburger Erzieherin Janina Britsch. «Doch erste Erfolge haben sich nach den acht Probetagen mit den Alphas, die wir in zwei Gruppen ausprobiert haben, tatsächlich eingestellt.»
Franz-Josef Kuhn, Projektleiter für die Alphas ist, hat die Methode vor einem Jahr nach Deutschland geholt: «Eins zu eins ließ sich das jedoch nicht übernehmen. Die Franzosen beginnen mit kleinen Buchstaben, die deutschen Kinder lernen zunächst die Großbuchstaben kennen. Deshalb haben wir knapp ein Jahr gebraucht, um die einzelnen Lernelemente, etwa die Lese-Geschichte, anzupassen.»
Vom bisherigen Erfolg der Lese-Lern-Methode war Kuhn selbst überrascht: «Die Begeisterung bei Eltern und Kindern ist erstaunlich. Ich mache seit 30 Jahren Lernmittel, aber eine solche Resonanz habe ich noch nie erlebt.» So erzählt der Verleger von einem geistig-behinderten Jungen, der problemlos eingestiegen sei und begeistert mit den Alphas arbeite. «Auch Kinder, die zuvor große Schwierigkeiten im Umgang mit Buchstaben hatten, sind rasch erfolgreich gewesen», so der Verleger.
Die Idee, die hinter der Lernmethode steckt, ist einfach: Kinder lernen zunächst, Laute mit Buchstaben zu verknüpfen. Spielerisch funktioniert das über die Geschichte Rettet die Alphas, die von Buchstabenwesen auf einem fremden Planten erzählt. Beim Vorlesen werden schließlich die Laute der Anfangsbuchstaben betont und in den Erzählungen wieder aufgegriffen. Dazu haben die Autoren Aussehen und Funktionen der Figuren beschrieben. Für die Kinder ist es schließlich ein leichtes, Laute und Buchstaben miteinander zu verbinden und später selbst zu erkennen.
Das liegt nicht zuletzt an den bunten Buchstabenfiguren. Das S ist eine zischende Schlange, das D sieht aus wie ein Drache, das T ist als tutendes Telefon zu erkennen und Herr O gibt runde Blasen von sich, wenn er «oooh» macht. Nach und nach lassen sich so einzelne Figuren über ihre Laute miteinander verbinden, Wörter fügen sich über die sonst abstrakten Buchstaben zusammen. Deshalb können auch Vierjährige schon nach kurzer Zeit erste Wörter lesen.
Geeignet sind die Alphas laut Lernspielverlag auch für den heimischen Gebrauch. Die Materialien enthalten Hinweise, wie sie eingesetzt und die Geschichten am besten vorgelesen werden, damit Kinder folgen können. «Es ist eine wichtige Qualität von Müttern und Vätern, ihren Kindern etwas vorzulesen. Und mit den Alphas können sie ihrem Nachwuchs auch Lernerfolge bereiten», ist Franz-Josef Kuhn überzeugt.
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