Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann
Deutschlands Schüler stehen immer wieder auf dem Prüfstand. Eine Studie jagt die andere. Was im Einzelnen untersucht wird, lesen Sie hier auf news.de.
Fünf Tage in der Woche drücken Deutschlands Schüler die Schulbank. Doch lernen Sie dabei überhaupt etwas? Dieser Frage gehen seit einigen Jahren drei wichtige internationale Studien nach. Während sich Pisa hauptsächlich die Lernfortschritte bei den 15-Jährigen anschaut, blickt etwa Iglu auf die Entwicklung der Viertklässler.
Weil die Studien in unterschiedlichen Zeiträumen umgesetzt werden, wird Deutschland jährlich mit neuen Bildungsergebnissen konfrontiert. Alle drei Jahre ist Pisa, das Programm zur internationalen Schülerbewertung an der Reihe. Durchgeführt in allen Mitgliedsstaaten der OECD und einigen anderen Partnerländen, müssen sich 15-jährige Schüler einem komplexen Aufgabenfeld mit den Schwerpunkten Lesekompetenz, Mathematik und Naturwissenschaften stellen.
Dabei geht es aber nicht um stupides Abfragen. Die Schüler müssen – auch vor dem persönlichen oder kulturellen Kontext – verschiedene Probleme lösen. Aus vorgelegten Texten gilt es, die wichtigsten Aspekte zu erschließen und dazu Fragen zu beantworten, die in einem übergeordneten Kontext stehen. Für die eigentlichen Aufgaben bleiben ihnen zwei Stunden Zeit, für einen Fragenbogen zu den persönlichen sozialen Hintergründen, etwa der Familie, dem schulischen Umfeld oder den eigenen Lerngewohnheiten erhalten sie eine weitere Stunde.
Die Aufgaben werden von der OECD an alle beteiligten Länder übertragen. Diese hat aber die Möglichkeit, den Fragenkatalog um nationale Komponenten zu erweitern. Einen Teil der Testaufgaben veröffentlicht die OECD nach Abschluss der Tests auf den eigenen Internetseiten.
Statt sich mit drei Themenfeldern zu befassen, konzentriert sich die Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung, kurz Iglu oder im internationalen Sprachgebrauch auch mit Pirls abgekürzt, auf das Leseverständnis und die Lesefähigkeit der vierten Jahrgangsstufe. Künftig sollen dabei auch Erkenntnisse über die Schuleingangsphase, das Ganztagsschulangebot, die Nutzung neuer Medien im Unterricht und die soziokulturellen Hintergründe der Schüler genauer unter die Lupe genommen werden. Bei den aktuell in Deutschland verkündeten Ergebnissen handelt es sich um die sogenannte Iglu-E-Studie, eine Erweiterungsstudie, bei dem die Bundesländer untereinander verglichen werden.
Die Studie wird von vielen Forschern als wichtig eingestuft, weil Lesen als Schlüsselkompetenz für die Bildung gilt. Wer Schwierigkeiten beim Lesen hat, hat oft auch Probleme beim Lernen in anderen Fächern. Allerdings ist Iglu wie auch Pisa nur eine quantitative Studie, bei der stichprobenartig Ergebnisse erhoben werden. Dabei lassen sich jedoch keine Rückschlüsse auf die Qualität des Unterrichts oder dessen Methoden ziehen, auf denen die Ergebnisse der Schüler basieren.
Timss, kurz für Trends in International Mathematics and Science Study, schaut sich die Fähigkeiten der Schüler in den Bereichen Mathematik und Naturwissenschaften an. Geprüft werden dabei Schüler von bis zu drei Klassenstufen. Alle vier Jahre müssen die beteiligten Schüler zeigen, ob sie Gelerntes selbstständig anwenden, in neue Kontexte übertragen und Probleme durch flexible Herangehensweise lösen können. Auch hier geht es nur um quantitative Ergebnisse. Ursachenforschung bleibt außen vor.
Gerade das wird seit einiger Zeit von Bildungsforschern moniert. Deshalb startet 2009 in Deutschland eine Längsschnittstudie, die bis zum Jahr 2013 jährlich rund 60.000 Menschen zur ihren Bildungskarrieren befragt.
Das wirklich DOOFE an diesen "Studien" ist ihre SUGGESTIVE WIRKUNG, die pausenlos suggeriert: "Du brauchst gar nicht mehr hinzuschauen, Du kannst eh nichts von Bedeutung selbst erkennen, wir machen das alles für Dich!" Als Ich-kann-Schule-Lehrer mag ich solche Volksverdummung nicht akzeptieren. Experiment und Beobachtung sind solide Werkzeuge der Wissenschaft, mit denen ich in der Ich-kann-Schule nicht nur "studiert publizieren" sondern sogar konkret Lösungen vormachen kann. Ganz Deutschland nur noch eine Studiengesellschaft? Nein! Ich grüße freundlich. Franz Josef Neffe
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