Begeisterung für Bücher geht flöten
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Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann
Artikel vom 04.12.2008Deutschlands Bildungslandschaft krankt an vielen Ecken. Einer der Gründe: Die Menschen greifen immer seltener zum Buch. Inzwischen ist jeder vierte nicht mehr am gedruckten Wort interessiert.
Für manchen sind Bücher wahre Schätze. Sie werden gesammelt, gehegt und immer wieder gern zur Hand genommen - egal ob groß oder klein, dick oder dünn, fantasievoll oder ernst. Die echten Leseratten sterben zwar nicht aus. Doch mit ihrer Begeisterung - sie lesen mehr als 50 Bücher im Jahr - sind sie fast eine Rarität. Nur drei Prozent der Deutschen greifen so häufig zum gedruckten Buch.
Deutlich zurückgegangen ist die Zahl der Gelegenheitsleser. Waren es vor acht Jahren noch 31 Prozent der Menschen, greifen inzwischen nur noch 25 Prozent der Deutschen ein- bis viermal zum derartigen Lesestoff, hat die Stiftung Lesen in einer Studie herausgefunden. Rund ein Viertel verweigert sich inzwischen ganz dem gedruckten Buch. Rund 40 Prozent dieser Nichtleser haben einen Hauptschulabschluss.
Nicht zuletzt hat das wohl auch mit der Begeisterung fürs Lesen zu tun. In der Regel wird die schon im frühen Kindesalter geweckt. Doch dieses Potenzial geht immer mehr verloren: Unter den 2500 befragten Jugendlichen und Erwachsenen der Studie gaben 45 Prozent der 14- bis 19-Jährigen an, ihnen sei in der Kindheit nie ein Buch geschenkt worden.
Dabei ist das Lesen ein wichtiges Element der Bildung. Nicht nur dass Kinder kreativer sind, wenn sie ihre Nase immer wieder in die Bücher stecken. Wer schon von klein an Geschichten, Sachbücher oder alles, was neugierig macht, schmökert, der trägt zur eigenen geistigen Entwicklung bei und legt nicht zuletzt einen wesentlichen Grundstein auch für die berufliche Zukunft.
Beim Lesen werden nicht nur wichtige Verbindungen im Gehirn geknüpft. Wer regelmäßig zum Buch greift, kann einem Phänomen entgegen wirken, dass bei Erwachsenen immer häufiger auftritt: der sekundäre Analphabetismus. Zwar haben Betroffene gelernt, Wörtern eine Bedeutung zuzuordnen. Wir das jedoch nicht regelmäßig trainiert, verliert auch das erwachsene Hirn die Fähigkeit, Buchstaben mit inhaltlichem Sinn zu verknüpfen. Sekundäre Analphabeten können im schlimmsten Fall nicht einmal mehr die Gebrauchsanweisung von Medikamenten oder wichtige Hinweise in Handyverträgen verstehen.
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